Viele Leute scheuen davor zurück, sich völlig unbekleidet den Blicken anderer
preiszugeben. Das Anbehalten der Socken ist eine oft geübte Praxis, aber wegen
der mangelnden Ästhetik heutzutage nicht mehr zu empfehlen. Tragen Sie stattdessen
einfach Ihr Lieblingsparfum. Schon kleine Mengen "Joop" oder "Oilyly" umgeben
Sie mit einer undurchdringlichen Dufthülle und erfreuen die Riechorgane Ihrer
Mitbesucher
Obschon in einer Sauna-Einrichtung auch völlige Nacktheit ganz normal ist, kann
falsche Kleidung Irritation hervorrufen. Meiden Sie zum Beispiel Latex-Anzüge
mit neckischen Ausschnitten, Ledergürtel und Gummistiefel.
Männliche Besucher sind bei einem Erstbesuch oft einem ungewohnten visuellen
Reiz ausgesetzt. Es macht jedoch keinen guten Eindruck, wenn man, eine Suche
vortäuschend, minutenlang vor der verglasten Saunatüre steht. Auch ist schon
nach kurzer Zeit Verletzungsgefahr durch Verbrennung ungewollt hervorstehender
Organe gegeben.
Auch wenn der Gedanke eigentlich naheliegt: Es ist nicht opportun, sein Deodorant
mit in die 95° Blockhütte zu nehmen und mit den Worten "Schwitzen Sie auch so?"
den Körpergeruch zu bannen. Der VDI warnt auch vor nicht genügend erforschtem
Verhalten der Dosenstabilität bei treibgasgefüllten Modellen.
An kalten Tagen müssen Sie mit hohen Besucherzahlen rechnen. Mäßigen Sie Ihre
Hilfsbereitschaft und nötigen Sie unbekannte Besucherinnen nicht, auf Ihrem
Schoß Platz zu nehmen, um mehr Raum zu schaffen.
Meiden Sie Aussagen wie "Dieser Fußpilz ist wirklich hartnäckig!" oder "Hatten
Sie auch schonmal ´Gonnorhoe´ ?" Die meisten Besucher sind nicht an Ihrem Krankheitsbild
interessiert und fühlen sich in ihrer Ruhe gestört.
Es ist nicht notwendig, die Augen prüde geschlossen zu halten, doch zu großes
Interesse, wie "Hat es nicht wehgetan, sich *da* piercen zu lassen?" stößt oft
auf Ablehnung.
Aufgüsse sind ein durchaus übliches Verfahren in einer finnischen Sauna. Viele
Gäste nehmen es übel, wenn Sie die Türe öffnen, um "den Nebel rauszulassen".
Beachten Sie die Namenswahl des Etablissements, dem Sie sich anvertrauen. In
einer sogenannten "Gay-Sauna" lassen Sie Unkenntnis durchblicken, wenn Sie sich
über mangelnde weibliche Besucher beklagen.
Bei überproportional hübschem weiblichem Publikum und häufigen Einladungen "auf
ein Glas Sekt" könnte es sein, daß das Angebot weniger gesundheitliche Aspekte
beinhaltet, sondern weiteres Konsumverhalten von Ihnen erwartet wird.