Mutter: Huch! Wer seid ihr?
Könige: Wir sind die heiligen drei Könige.
Mutter: Waas?
Könige: Wir sind drei Weise aus dem Morgenland.
Mutter: Und dann schleicht ihr morgens um zwei in einem Kuhstall herum als
hättet ihr nichts besseres zu tun? Was soll denn daran weise sein?
Könige: Wir sind Astrologen.
Wir kommen aus dem Osten.
Mutter: Jungs, wollt ihr mich vielleicht verarschen?
Könige: Wir kommen um das Kindlein zu preisen.
Wir wollen ihm in dieser heiligen Nacht huldigen.
Mutter: Was, huldigen? Ihr seid wohl besoffen. Das ist ja ekelhaft. Raus mit
euch! Raus, raus!
Könige: Nein!
Mutter: Hier reinzuplatzen mit eurem Gequatsche über orientalische Wahrsa-
ger. Verschwindet!
Könige: Edle Jungfrau...
Mutter: Verschwindet und preist irgendein anderes Göhr.
Könige: Wir folgten einem Stern.
Mutter: Sternhagelvoll seid ihr. Verpisst euch.
Könige: Nein wir müssen ihn sehen. Wir haben Geschenke mitgebracht.
Mutter: Waas?
Könige: Gold, Weihrauch und Myrre.
Mutter: Soo? Das hätten sie aber auch gleich sagen können. Er liegt
da drü-
ben. Entschuldigen sie, aber ich bin noch nicht zum Aufräumen gekom-
men. Sagen sie mal, was ist denn Myrre für ein Zeug?
Könige: Das ist ein wertvoller Balsam.
Mutter: Ein Balsam? Ich will nicht hoffen, dass das was ansteckendes ist,
euer Balsam.
Könige: Was?
Mutter: Keuchhusten und Masern kenn ich aber Balsam klingt gefährlich.
Könige: Das ist es nicht.
Mutter: Ich hörte von Bazillen die Fühler haben und beißen.
Könige: Nein nein nein. Es ist eine Salbe.
Mutter: Ich glaube ich habe von so 'ner Krankheit gehört. Oder habe ich
das
nur geträumt? So. Ihr seid also Astrologen, wie? Also was ist er?
Könige: Mmm?
Mutter: Was für'n Tierkreiszeichen er ist.
Könige: ähmn, Steinbock.
Mutter: Aha. Steinbock. ähmmm. Wie sind die so?
Könige: Oh, er ist der Sohn Gottes. Unser Messias.
König der Juden.
Mutter: Sind alle Steinböcke Könige?
Könige: Nein nein nein nein. Das ist nur er.
Mutter: Achso. Ich meinte ja nur, weil es jede Menge Steinböcke gibt.
Könige: Welchen Namen soll er einmal tragen?
Mutter: ähh. Brian.
Könige: Wir beten dich an, oh Brian, der du der Herr über uns alle
bist.
Gelobet seiest du, Brian, und der gütige Herr unser Vater. Amen.
Mutter: Macht ihr so was öfter?
Könige: Was?
Mutter: Na dieses Preisen.
Könige: Nein nein.
Mutter: Na gut. Wenn sie mal wieder hier in der Gegend sind, können sie
ja
auf'n Sprung vorbeikommen. Und vielen Dank für das Gold und den
Weihrauch, ja? Aber dieses Myrre Zeug das könnt ihr Euch das näch-
ste mal in die Haare schmieren. Also Shalom dann. Tschüss. Servus.
Ciao. Wer sagts denn? Die waren doch ganz nett, die Jungs. Total be-
scheuert, aber na ja ... trotzdem. Sieh dir das nur an ...
## Könige entdecken in einem benachbarten ##
## Stall Jesus und kommen zurück, um ihre ##
## Geschenke wiederzuholen ##
Mutter: ... Ahh. Hey! Hey! Geschenkt ist geschenkt.
Wiederholen ist gestoh-
len. Au.
König: Halt die Backen!
2. Szene:
Ort: Judäa; ölberg
Zeit: 33 n.Chr; Samstag Nachmittag, zur Teezeit
Situation: In der Ferne auf einer Anhöhe spricht Jesus zu seinem
Volk. Eine kleine Gruppe Zuhörer steht weit entfernt vom Geschehen.
Charakter: Rübennase, seine Frau, Brian, seine Mutter, Streithals, einige
Zuhörer, Jesus, Volksfront Von Judäa VVJ
Jesus: Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land zu Besitz
erhalten. Selig die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit,
denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen, denn
sie werden Barmherzigkeit erlangen...
Mutter: Lauter!
Brian: Sei still, Mama.
Mutter: Was heißt still? Ich kann nichts hören. Lass uns zu der Steini-
gung gehen.
Sssscht.
Brian: Zu der Steinigung kannst du jeden Tag gehen.
Mutter: Ach komm schon, Brian.
Rübennase: Können sie jetzt wohl mal ruhig sein.
Rs Frau: Wirst du wohl mit der Popelei aufhören?
Rübennase: Ich hab nicht gepopelt ich habe mich nur gekratzt.
Rs Frau: Du hast gepopelt als du mit dieser Dame da drüben gesprochen
hast.
Rübennase: Nein, hab ich nicht.
Rs Frau: Du sollst nicht immer widersprechen.
Streithals: Hören sie mal, ich kann kein Wort von dem verstehen was der
sagt.
Rs Frau: Ich möchte sie doch sehr bitten sich nicht einzumischen. Ich ha-
be mit meinem Mann gesprochen.
Streithals: Dann reden sie woanders mit ihm. Ich kann verdammt nochmal nicht
ein Wort verstehen.
Rübennase: Fluchen sie meine Frau nicht an, ja?
Streithals: Ich hab ihr nur gesagt, sie soll ihren Mund halten, damit ich
den Mann da verstehe, Rübennase.
Rs Frau: Ohh. Unterstehen sie sich meinen Mann "Rübennase" zu
nennen.
Streithals: Wieso, er hat doch 'ne Rübennase.
Zuhörer: Darf ich um Ruhe bitten. Was hat er gesagt?
Streithals: Ich weiß nicht. Ich habe gerade mit Rübennase geredet.
Zuhörer: Ich glaube, er sagte: "Gepriesen sind die Skifahrer."
Zuhörerin: Was um alles in der Welt ist so besonderes an Skifahrern?
Zuhörer: Ich glaube, es ist mehr als Gleichnis zu sehen. Weißt du
meine
Liebe, es bezieht sich auf die ganze Wintersportindustrie.
Streithals: Siehst du, jetzt habe ich wieder nur die Hälfte mitbekommen,
Rü-
bennase.
Rübennase: Hey. Wenn du das noch mal sagst, schlage ich dir deine blöde
Fresse ein.
Rs Frau: Ach...
Streithals: Hör lieber weiter zu. Vielleicht kommt noch die Stelle: "Geseg-
net sind die Rübennasen."
Brian: Nun lass ihn doch in Ruhe.
Streithals: Na, du hast aber auch 'n ganz schönen Erker im Gesicht. Woher
kommt ihr beiden? Aus Rübennasenhausen?
Rübennase: Noch ein verdammtes Wort, Freundchen und ich schlag deinen ver-
fluchten Schädel in Stücke.
Rs Frau: Du sollst nicht fluchen. Und bohr nicht wieder in der Nase.
Rübennase: Hier. Ich wollte nicht in der Nase bohren, ich wollte ihn vermö-
beln.
Zuhörer: Habt ihr das gehört? Gepriesen sind die Griechen.
Zuhörer: Die Griechen?
Zuhörer: Hmm. Wahrscheinlich hat er bei denen noch 'ne Rechnung offen.
Zuhörer: Hat jemand seinen Namen mitgekricht?
Rs Frau: Du wirst hier niemanden vermöbeln.
Rübennase: Ich werd' ihn vermöbeln, wenn er mich nocheinmal Rübennase
nennt.
Streithals: Ach halt die Klappe, Rübennase.
Rübennase: Gut. Ich habe dich gewarnt. Siehst du diesen Arm hier? Der wird
dich in die Erde stampfen.
Zuhörerin: Ohh! Er meinte die Siechen. Ich weiß: gepriesen sein die
Sie-
chen. Ohhh find ich das allerliebst. Bin ich froh, dass die jetzt
endlich was zu tun haben, die alten Siechen.
Streithals: Hör mal, ich sage hier nur die Wahrheit. Du hast doch wirklich
'ne Rübennase.
Rübennase: Hey. Deine Nase wird so breit sein, dass sie von einem Ohr zum
anderen reicht, wenn ich mit dir fertig bin.
Scht!
Streithals: Dir hat wohl Goliaths großer Bruder
auf die Rübe gehau'n...
Rübennase: So. Das reicht. Die letzte Warnung.
Zuhörer: So. Nun sein sie aber mal still...
## Rübennase versetzt ausversehen einer Zu- ##
## schauerin einen Kinnhaken. Es entsteht ##
## Gerangel. ##
Mutter: Ach komm. Jetzt lass uns aber zur Steinigung
gehen.
Brian: Na gut.
## etwas entfernt erscheint die VVJ ##
Rech: Nun, äh. Religion ist glaube ich der Katalysator
zwischen den
sublimierten Interessen und dem Status Quo, wenn du mich fragst,
Rech.
Judith: Ja, aber was Jesus so erbärmlich leichtsinnig übersieht ist,
dass die Siechen andererseits ja auch das Problem sind.
Francis: Ja absolut richtig. Da hast du vollkommen recht.
Mutter: Los komm Brian. Sonst haben die ihn gesteinigt,
bevor wir da
sind.
Brian: Ja gut.
Gemenge: - Sie hat... sie hat angefangen.
- Kommt. Hört jetzt auf. Kommt auseinander.
- Ich weiß es ganz genau. Sie hat angefangen.
- Halt den Mund.
- Ja... ich...
## Brian und seine Mutter, auf dem Weg zur ##
## Steinigung, kommen an einem Steine- und ##
## Bartverkäufer vorbei ##
Mutter: Uhh! Ich hasse diesen Bart.
Brian: Warum dürfen Frauen nicht zu den Steinigungen gehen, Mama?
Mutter: Weil es geschrieben steht. Deswegen.
Verkäufer: Ou. Einen Bart, Madame?
Frau: Hach sie sehen doch, ich hab keine Zeit, zur Steinigung zu ge-
hen. Er hat sich wieder an irgendwas den Magen verdorben.
Verkäufer: Steine, der Herr?
Mutter: Nein! Wir haben ja da oben auf dem Berg genug rumzuliegen.
Verkäufer: Nicht so frische wie diese hier. Sehen sie sich das mal an.
Füh-
len sie die Qualität. Das ist Handwerkskunst.
Mutter: hm. Na ja gut. Dann nehmen wir zwei mit Spitzen ... ähhh, und ei-
nen großen Flachen.
Brian: Kann ich einen Flachen haben Mama?
Mutter: Pscht!
Brian: Entschuldige: Vati.
Mutter: Ahh. Also dann zwei Spitze und dazu zwei Flache und eine Packet
Kies.
Verkäufer: Und ein Packet Kies. Müsste eine lustige Steinigung werden.
Mutter: Ja.
Verkäufer: Ist ein Einheimischer.
Mutter: Prima.
Verkäufer: Und viel Spaß, die Herrschaften.
Stadt, den Namen unseres allmächtigen Herrn geschmäht zu haben.
Du lästertest Gott auf unglaublich infame Weise.
Mathias: Uhhhh!
Meister: Und wirst somit zu Tode gesteinigt.
Mathias: Jajaja.
Mathias: Hören sie. Wir hatten ein wundervolles Abendessen und ich habe
nur zu meiner Frau gesagt, dieses Stück Heilbutt wäre grad gutge-
nug für Jehova gewesen.
Meister: Ohh! Blasphemie! Er wiederholt seine Sünde.
Mathias: Ja.
Meister: Habt ihr es gehört?
Menge: Ja, wir haben es gehört.
Ja wir haben es...
Meister: Kann es sein, dass Weibsvolk anwesend ist?
Menge: Nein...
Meister: Nunwohldann. Ich verkünde nun, Kraft des mir verliehenen Amtes,
dass der hier anwesende...
## eine Frau wirft einen Stein und trifft ##
## Matthias am Kopf ##
Mathias: Autsch! Wir haben doch noch gar nicht angefangen.
Meister: Wer war das? Wer warf den Stein? Wer hat ihn geworfen? Ich will
es wissen.
Menge: Sie hat, sie hat ... Er hat, er hat.
Schuldige: Verzeihung. Ich dachte wir hätten schon angefangen.
Meister: Abmarsch nach hinten.
Schuldige: Pööö.
Meister: Einer tanzt immer aus der Reihe. Also, wo waren wir?
Mathias: Hören sie. Ich weiß nicht, was daran Blasphemie sein soll,
wenn
man nur Jehova sagt.
Menge: Ahh.
Meister: Du machst alles nur noch schlimmer für dich, Elender.
Mathias: NOCH schlimmer? Was kann denn noch schlimmer sein, hä? Jehova!
Jehova! Jehova!
Meister: Ich warne dich, Schändlicher. Wenn du nocheinmal Jehova in den
Mund nimmst...
## eine Frau wirft einen Stein und trifft ##
## den Steinigungsmeister am Kopf ##
Meister: Das reicht wer hat ihn geschmissen.
Mathias: Hahaha!
Meister: Wirds bald, wer hat ihn geschmissen.
Menge: Sie, sie ... er, er.
Meister: Warst du es?
Schuldige: Ja.
Meister: Alsodann...
Schuldige: Sie haben Jehova gesagt.
## Menge bewirft die Schuldige mit Steinen ##
Menge: Ahhhh!
Meister: Aufhören. Aufhören. Schluss jetzt. Ich sage aus. Alles herhören:
niemand hat irgendjemanden zu steinigen, bevor ich nicht diese
Pfeiffe geblasen habe. Habt ihr verstanden? Selbst wenn, und ich
möchte, dass das absolut klar ist, selbst wenn irgendjemand Jehova
sagt. ...
## Menge bewirft den Steinigungsmeister mit ##
## Steinen ##
Menge: Ahhh!
Menge: Guter Wurf.
4. Szene:
Ort: auf dem Weg nach Hause
Zeit: -
Situation: Brian und seine Mutter gehen nach Hause und kommen durch einen Markt
und durch bettelnde Kranke.
Charakter: Brian, Mutter Kohn, Ex-Leprakranker
Brian: Habe ich eigentlich eine große Nase, Mama?
Mutter: Hör endlich auf immer nur an Sex zu denken.
Brian: Hab ich doch gar nicht.
Mutter: Du hast nichts anderes im Kopf. Morgens, mittags und abends. Mögen
die Mädchen dies, mögen die Mädchen das? Findest du ihn zu groß
findest du ihn zu klein.
Kranker: Almosen für einen Leprakranken.
Kranker: Almosen für einen Leprakranken.
## ein Ex-Leprakranker hüpft den beiden nach ##
Ex: Almosen für einen Ex-Leprakranken. Immer dasselbe mit diesen Esel-
züchtern. Nie haben die Kleingeld. Oh. Die kann ich anhauen...
Spenden sie einen Talent für einen Ex-Leprakranken?
Mutter: Schwirr ab.
Ex: Spenden sie einen Talent für einen alten Ex-Leprakranken?
Mutter: Ein Talent? Das ist mehr als der Junge in einem Monat verdient.
Ex: Dann ein halbes Talent.
Mutter: Zieh Leine.
Ex: Lassen sie uns feilschen. Na los Krummnase...
Brian: Was?
Ex: Gut, ohne feilschen. Sagen wir, du hast mit einem Schekel eröffnet
Ich habe mit zweitausend angefangen...
Mutter: Verschwinde.
Ex: ...dann würden wir uns bei 1800 treffen.
Mutter: Nein.
Ex: Siebzehfünfzig?
Mutter: Verschwinde!
Ex: Siebzehnvierzig?
Mutter: Du lässt den Jungen jetzt zufrieden!
Ex: Also gut. Zwei Schekel. Nur zwei. Macht doch Spaß, oder?
Mutter: Hör zu. Er wird dir kein Geld geben, verstanden? Und jetzt verpiss
dich!
Ex: Okay Sir. Mein letztes Angebot. Ein halben für einen Ex-Leprakran-
ken.
Brian: Sagtest du: "Ex-Leprakranker?"
Ex: Ganz recht, Sir. Sechzehn Jahre hinter der Glocke und mächtig stolz
darauf, Sir.
Brian: Und was ist passiert?
Ex: Ich wurde geheilt, Sir.
Brian: Geheilt?
Ex: Ja. Ich war ein verdammtes Wunder, Sir. Gott segne sie.
Brian: Wer hat dich geheilt?
Ex: Jesus war's Sir. Ich komm da meines Weges gehüpft, grüble über
dies
und das, ja und auf einmal kommt er angesaust und heilt mich. Eben
noch ein Leprakranker mit einem Gewerbe, im nächsten Moment war ich
arbeitslos. Er hat mich nicht mal gefragt, ob er darf. Er sagte nur:
"Du bist geheilt, Kumpel".
Verdammter Wohltäter.
Brian: Nun, warum gehst du dann nicht zu ihm, und sagst ihm, dass du wieder
Lepra haben willst?
Ex: Ja, das könnte ich natürlich tun, Sir. Ja. Ich schätze das
ginge
schon klar. Ich denke mir aber, dass es vielleicht besser wäre, wenn
er... wenn er mir einmal in der Woche ein lames Bein verschafft.
Also was womit man betteln kann, aber nicht gerade Lepra. Die ist
wie die Pest am Arsch, um offen zu sein. Entschuldigen sie bitte,
Sir.
Mutter: Brian! Komm jetzt und mach dein Zimmer sauber!
Brian: Da, bitte.
Ex: Danke, Sir. Danke. Was? Ein halber Dinar für meine ganze verdammte
Lebensgeschichte?
Brian: Manchen kann man es wohl nie recht machen.
Ex: Genau was Jesus gesagt hat... hähä.
5. Szene:
Ort: im Hause der Kohns
Zeit: -
Situation: Brian und seine Mutter kommen zu Hause an. Im Haus steht ein Römer.
Charakter: Brian, Mutter Kohn, ein Römer
Mutter: Ohh.
Römer: Schönen guten Tag.
Mutter: Oh. Hallo Herr Hauptmann. Ich komme gleich zu ihnen, einen Moment
bitte, ja?
Brian: Was will der Kerl hier?
Mutter: Nun fang nicht Damit an, Brian. Geh und mach dein Zimmer sauber.
Brian: Scheiß Römer.
Mutter: Sieh mal Brian: wenn DIE nicht gewesen wären, hätten wir dann
all
das hier?
Das darfst du niemals vergessen.
Brian: Wir schulden den Römern nicht das geringste.
Mutter: Na ja... das ist nur die halbe Wahrheit, verstehst du, Brian.
Brian: Was meinst du damit?
Mutter: Nunja. Du weißt, du hast mich ja schon öfter gefragt, nach
ähh...
Brian: ...meiner Nase?
Mutter: Ja. Weißt du, es gibt einen Grund dafür, warum sie so ist,
Brian.
Brian: Sag ihn mir.
Mutter: Nunja. Ich glaube, es wäre besser gewesen, ich hätte es dir
schon
längst gesagt aber...
Brian: Was?
Mutter: Also Brian: dein Vater ist nicht Schmul Kohn.
Brian: Das habe ich auch nie geglaubt.
Mutter: Erlaube dir keine Frechheiten.
Es war ein Römer, Brian. Er war Zenturio in der Römischen Armee.
Brian: Du meinst, du bist vergewaltigt worden?
Mutter: Naja. Zuerst schon.
Brian: Wer war es?
Mutter: Nixus Minimax war sein Name. Hmmm. Er versprach mir die ganze be-
kannte Welt. Er wollte mich mitnehmen, nach Rom. Ein Haus am Forum,
Sklaven, Eselsmilch. Soviel Gold wie ich nur essen könnte. Und dann:
nachdem er es mit mir getrieben hatte: Wumm. Wie eine Ratte aus ei-
nem Aquädukt.
Brian: Dieser Mistkerl.
Mutter: Ja. Also wenn Du mir das nächste mal wieder mit "Scheiß
Römer"
kommst, mein Sohn, vergiss nicht: du bist einer von ihnen.
Brian: Ich bin kein Römer, Mama! Und ich werde niemals einer sein. Ich
bin
ein Jude. Sohn Isräls. Ein Häbräer, eine Hakennase. Ich bin Ko-
scher, Mama. Ich bin ein Rotes-Meer-Jogger. Und ich bin stolz da-
rauf.
Mutter: Pöh. Sex, Sex, Sex. Das ist alles woran sie denken. Na? Wie gehts
uns denn, Herr Hauptmann? ...
6. Szene:
Ort: ein Collosseum, Jerusalem: "Childrens Matinee"
Zeit: -
Situation: In einem spärlich gefüllten Colloseum werden die Reste
der letzten Kämpfe eingesammelt. Brian verkauft Snaks. Irgendwo sitzt die
VVJ und berät sich.
Charakter: Ansager, Brian, Judith, Rech, Francis, Stan/Loretta, der "Menschenstückenwegtrager",
ein Gladiator, Opfer
Ansager: Meine Damen und Herren. Der nächste Wettbewerb wird ausgetragen
zwischen Drusus dem Friedfertigen und ... der mazedonischen Dau-
menschraube Boris Feinbrandt.
Brian: Eine Tüte für sie. Danke gnädige
Frau. Lerchenzungen! Zaunkönig-
lebern! Buchfinkenhirne! Gefüllte Jaguarohrläppchen! Wolfzitzen-
chips! Greifen sie zu, solange sie noch heiß sind. Hier gibt es
die feinen gesalzenen Lerchenzungen, Zaunköniglebern...
Judith: Ich muss dir sagen, Rech. Jede antiimperialistische
Gruppe wie die
unsere muss eine solche Interessendivergenz innerhalb ihrer Macht-
basis reflektieren.
Rech: Einverstanden. Francis?
Francis: Ja. Ich glaube Judiths Gesichtspunkt ist sehr Stichhaltig. Vo-
rausgesetzt, die Bewegung vergisst niemals, dass es das unveräu-
sserliche Recht eines jeden Mannes ist...
Stan: Oder Frau...
Francis: ...oder Frau, dass er sich selbst verachtet.
Stan: Oder sie sich selbst...
Francis: ...oder sie sich selbst.
Rech: Einverstanden.
Francis: Danke Bruder.
Stan: Oder Schwester...
Francis: ...oder Schwester. ähhh. Wo war ich?
Rech: Ich glaube, du warst fertig.
Francis: Oh. Richtig.
Rech: Darüber hinaus ist es das Geburtsrecht eines jeden Mannes..
Stan: Oder Frau...
Rech: Warum hörst du nicht endlich mit den Frauen auf? So kommen wir zu
keinem Ende.
Stan: Die Frauen haben ein natürliche Recht, in unserer Bewegung eine
Rolle zu spielen.
Rech: Warum redest du nur pausenlos über Frauen, Stan?
Stan: Weil ich eine sein möchte...
Rech: Was?
Stan: Ich möchte eine Frau sein. Ich möchte, dass ihr ... dass ihr
mich
von jetzt an Loretta nennt.
Rech: Was?
Stan: Das ist mein Recht als Mann.
Judith: Ja, aber warum möchtest du Loretta sein, Stan?
Stan: Weil ich Babys haben möchte.
Rech: Was möchtest du haben? Babys???
Stan: Jeder Mann hat das Recht, Babys zu haben, wenn er sie haben will.
Rech: Aber, aber du kannst keine Babys haben.
Stan: Unterdrücke mich bitte nicht.
Rech: Ich unterdrücke dich überhaupt nicht, Stan. Aber du hast keine
Mumu. Eine Gebärmutter hast du auch nicht. Wie soll denn das
funktionieren? Willst du's in 'ner Zigarrenkiste aufheben?
Judith: Warte. Ich habe eine Idee: Nehmen wir an, dass ihr euch darauf ei-
nigt, dass er keine Babys bekommen kann, weil er keine Gebärmut-
ter hat, woran niemand schuld ist, nicht mal die Römer, aber dass
er das absolute Recht hat Babys zu bekommen.
Francis: Gute Idee, Judith. Wir kämpfen gegen die Unterdrücker, für
dein
Recht Babys zu haben, Bruder. ähh. Verzeihung. Schwester.
Rech: Das ist doch aber sinnlos.
Francis: Was?
Rech: Es ist vollkommener Blödsinn, für sein Recht, Babys zu bekommen
zu kämpfen wenn er keine Babys bekommen kann.
Francis: Es ist ähm, symbolisch. Für unsere Ringen gegen die Unterdrük-
kung.
Rech: Symbolisch für sein Ringen gegen die Realität.
Ansager: Raus mit dir! Raus mit dir!
Brian: Lerchenzungen! Otternnasen! Ozelothmilch!
Rech: Hast du Nüsse?
Brian: Ich habe keine Nüsse. Bedaure. Ich habe Zaunköniglebern,
Dachsmilch...
Rech: Nein nein nein.
Brian: Otternnasen?
Rech: Ich will nichts von diesem römischen Mistfraß.
Wieso verkaufst du nicht was für anständige Leute?
Brian: Was? Für anständige Leute?
Rech: Ja. Nicht diesen überflüssigen Krimskrams für Imperialisten.
Brian: Ich kann nichts dafür. Ich habe mich nicht darum gerissen dieses
Zeugs zu verkaufen.
Rech: Nagut. Dann gib mir 'ne Tüte Otternnasen, ja?
Francis: Mir auch.
Rech: Ihm auch.
Francis: Danke, Rech.
Brian: Seid ihr von der Judäischen Volksfront?
Rech: Ha. Verzieh dich!
Brian: Was?
Rech: Judäische Volksfront. Quatsch! Wir sind die Volksfront von Judäa!
Judäische Volksfront.
Schwächlinge.
Brian: Kann ich in euerm Verein mitmachen?
Rech: Nein. Verpiss dich.
Brian: Ich, ich wollte dieses Zeug nicht verkaufen. Das ist nur 'n Job.
Ich hasse die Römer genauso wie ihr!
Alle: Psscht.
Rech: Sagst du das auch nicht nur so?
Brian: Oh nein. Todsicher. Ich hasse die Römer schon lange.
Rech: Hör zu: wenn du eintreten willst, in die VVJ, dann musst die Römer
wirklich verdammt hassen.
Brian: Das tu ich ja.
Rech: Oh ja? Und wie sehr?
Brian: Wie ein verrückter.
Rech: ... Du bist aufgenommen. Hör zu. Es gibt Typen, die wir noch mehr
hassen als die Römer: diese verfluchten Judäischen Volksfront-
mistkerle.
Francis: Oh ja ... ja. Spalter
Rech: Und diese Populäre Volksfront.
Francis: Ja! Und wie ... Spalter, Pisser.
Loretta: Und die Volksfront von Judäa!
Francis: Genau.
Loretta: Ja! Alles Spalter.
Rech: Was?
Loretta: Die Volksfront von Judäa. Spalter.
Rech: Wir sind die Volksfront von Judäa.
Loretta: Ou. Ich dachte, wir wären die Populäre Front.
Rech: Mann: Volksfront.
Loretta: Tze!
Francis: Was ist eigentlich aus der Populären Front geworden?
## Rech zeigt auf EINEN sitzenden alten Mann ##
## mit langem, weißem Bart ##
Rech: Die sitzt da drüben.
Alle: ... SPALTER !!!
Gladiator: Ah! Ah! Meine Bonasterose. Schlimmer als
ich dachte.
Zuschauer: Zu lasch die Profis heutzutage.
Rech: Sehr gut. Bravo! Hahaha!
Alle: Hahaha!
Rech: Wie ist dein Name?
Brian: Brian. Brian Kohn.
Rech: Wir haben vielleicht 'n kleinen Job für dich, Brian.
7. Szene:
Ort: Palastmauer
Zeit: Nacht
Situation: Brian soll an die Palastmauer "Römer, geht nach Haus"
(natürlich in Latein) schreiben und wird von einem Römer entdeckt.
Charakter: Brian, Römier
Römer: Was haben wir denn da? "Romanes eunt domus"? "Menschen,
genannt Roma-
nes geh in das Haus"?
Brian: Es soll heißen: "Römer, geht nach Haus"
Römer: Heißt es aber nicht. Was ist lateinisch für Römer?
Na komm schon,
komm schon.
Brian: Romanus.
Römer: Deklinieren.
Brian: Anus...
Römer: Vokativ Plural von anus ist?
Brian: Ani.
Römer: RO-MA-NI. Eunt. Was heißt eunt?
Brian: Geh.
Römer: Konjugiere das Verb "gehen".
Brian: Eo, is, it. Imus, ites, eunt.
Römer: Also ist eunt?
Brian: Dritte Person plural, Präsens, Indikativ. Sie gehen.
Römer: Aber "Römer geht nach Hause" ist ein Befehl. Also
musst du was gebrau-
chen?
Brian: Den Imperativ.
Römer: Der lautet?
Brian: I, i.
Römer: Wieviel Römer?
Brian: Plural. Ite. Ite.
Römer: I-T-E domus. Nominativ. Geht nach Hause, dass ist eine Bewegung
auf
etwas zu, nicht wahr Junge?
Brian: Ja. Dativ, Herr. Ahhh. Ah... ah... Oh oh nein nein nein nein! Ah...
Ahkkusativ. Akkusativ! Ah...Domus, Herr. A domus.
Römer: Und von A domus den...?
Brian: Den Locativ, den Locativ.
Römer: Welcher lautet?
Brian: Domum. Ahh! Ahh!
Römer: DO-MUM. Hast du verstanden?
Brian: Ja Herr!
Römer: Du schreibst das jetzt hundert mal.
Brian: Ja Herr. Vielen Dank Herr. Heil Cäsar.
Römer: Heil Cäsar. Wenn du bis Sonnenaufgang nicht fertig bist, dann
schneid
ich dir die Eier ab.
Brian: Danke Herr. Danke sehr Herr. Heil Cäsar und alles andere. Ahh.
Brian: Fertig!
Römer: Gut. Und ich rate dir: Tu's nie wieder.
## Brian bestaunt sein Werk. Eine weitere ##
## Gruppe Römer taucht auf und erkennt die ##
## Situation. Brian flieht. Die Römer folgen ##
## ihm. ##
Mann: Ahh! Ihr verfluchten Besatzer!
8. Szene:
Ort: Headquarters der VVJ
Zeit: -
Situation: Die VVJ hält eine Planbesprechung. Brian und Judith erscheinen
und schildern das Erlebte.
Charakter: VVJ Mitglieder: Rech, Matthias, Francis, Loretta, Judith, Brian,
einer der nicht freudig den Tod erlangen würde und andere
Francis: Also: Wir dringen durch das unterirdische Heizungssystem ein. Hi-
nauf durch ein weiteres Audienzzimmer hier und das Schlafzimmer
von Pilatus' Frau ist... hier.
Und wenn wir seine Frau geschnappt haben, informieren wir Pilatus,
dass sie in unserer Gewalt ist und unterbreiten dann unverzüglich
unsere Forderungen.
Irgendwelche Fragen?
Mitglied: Was genau sind unsere Forderungen?
Francis: Wir geben Pilatus zwei Tage Zeit, um den gesamten Römisch-Imperia-
listischen Staatsapperat aufzulösen. Und wenn er nicht sofort da-
rauf eingeht, exekutieren wir sie.
Rech: Werden wir ihr den Kopf abschneiden?
Francis: Wir schneiden ihr alles ab und schicken sie stündlich Stück
für
Stück zurück. Dann wissen sie, dass wir nicht scherzen.
Rech: Und natürlich weisen wir sie darauf hin, dass sie selbst, nur sie,
die volle Verantwortung tragen, wenn wir sie so zerschnippeln. Und
dass wir uns niemals irgendeiner Erpressung beugen werden.
Loretta: Wir beugen uns keiner Erpressung.
Rech: Sie haben uns ausbluten lassen, diese Schweine. Sie haben alles
genommen, was wir hatten. Und nicht nur von uns. Von unsern Vä-
tern und von unserer Väter Väter.
Loretta: Und von unserer Väter Väter Väter.
Rech: Ja.
Loretta: Und von unserer Väter Väter Väter Väter.
Rech: Das reicht. Noch genauer brauchen wir es nicht. Was haben sie
dafür als Gegenleistung erbracht, frage ich?
Mitglied: Den Aquädukt.
Rech: Was?
Mitglied: Den Aquädukt.
Rech: Oh. Jajaja. Den haben sie uns gegeben, das ist wahr.
Mitglied: Und die sanitären Einrichtungen.
Francis: Oh ja. Die sanitären Einrichtungen. Weißt Du noch, wie es
früher
in der Stadt stank?
Rech: Also gut ja, ich gebe zu, der Aquädukt und die sanitären Einrich-
tungen, das haben die Römer für uns getan.
Mitglied: Und die schönen Strassen.
Rech: Achja, selbstverständlich die Strassen. Das mit den Strassen ver-
steht sich ja von selbst, oder? Abgesehen von den sanitären Ein-
richtungen, dem Aquädukt und den Strassen...
Mitglied: Medizinische Versorgung...
Mitglied: Schulwesen...
Rech: Na ja gut. Das sollte man erwähnen.
Mitglied: Und der Wein...
Alle: Ou ja.
Francis: Ja. Das ist wirklich etwas, was wir vermissen würden, wenn die
Römer weggingen.
Mitglied: Die öffentlichen Bäder...
Mitglied: Und jede Frau kann es wagen Nachts die Strasse zu überqueren,
Rech.
Francis: Jaha. Die können Ordnung schaffen, denn wie es hier vorher ausge-
sehen hat, davon wollen wir ja gar nicht reden.
Rech: Also gut. Mal abgesehen von sanitären Einrichtungen, der Medizin,
dem Schulwesen, Wein, der öffentlichen Ordnung, der Bewässerung,
Strassen, der Wasseraufbereitung und der allgemeinen Krankenkassen,
was, frage ich euch, haben die Römer JE für uns getan?
Mitglied: Den Frieden gebracht...
Rech: Aach! Frieden! ... Halt die Klappe.
## es klopft ##
Bonk Bonk Bonk
## alles versteckt sich ##
Matthias: Ich bin ein armer alter Mann. Mein Augenlicht
ist halb erloschen,
meine Beine sind alt und krumm...
Judith: Alles in Ordnung, Matthias.
Matthias: Ohh! Die Luft ist rein.
Wo ist denn Rech?
Ohh. Rech, Rech! Es ist Judith!
Rech: Ist was schiefgegangen?
Judith: Unsere erste Bombe hat eingeschlagen.
Rech: Hat er die Parole geschrieben?
Judith: Ja. Genau einhundert mal. In drei Meter hohen Buchstaben. Die
ganze Mauer vom Palast entlang.
Rech: Ohh. Großartig. Großartig. Wir, wir brauchen Männer der
Tat bei
uns, Brian. Aber bevor du dich uns anschließt: es gibt nicht ei-
nen unter uns, der nicht freudig den Tot erleiden würde, um sein
Land einfürallemal von den Römern zu befreien.
Mitglied: ähh, naja. Einen schon.
Rech: Oh, na ja gut. Es gibt einen. Abgesehen davon sind wir ziemlich
stabil. Bist Du dabei?
Brian: Ja.
Rech: Von jetzt an sollst du genannt werden: Brian, was soviel heißt wie
Brian. Informiere ihn über den überfall auf Pilatus' Palast, Fran-
cis.
Francis: Hör zu: das ist unser Plan...
... Also, das ist der Palast, am Cäsarplatz Nummer drei. Unsere
Kommandoeinheit wird im Schutze der Nacht von der Herodesallee
anmarschieren um dann zur Nordwestlichen Hauptwasserableitung zu
kommen. Wenn uns jemand fragt, sind wir Kanalarbeiter auf dem Weg
zu unserer täglichen Betriebsversammlung. Rech, unser herrlicher
Führer und Gründer der VVJ wird koordinierender Berater am Abwäs-
serkopf sein. Er selbst wird an keiner terroristischen Aktion
teilnehmen, da er es böse mit der Wirbelsäule hat.
## die VVJ verwirklicht ihren Plan und ##
## steigt durch einen Kanaldeckel in den Un- ##
## tergrund ##
Brian: Dann kommst du also nicht mit uns?
Rech: Hoch die internationale Solidarität.
Brian: Ohh, ja. Solidarität, Rech
Francis: Sind wir erst mal in der Kloake wird das Timing
von entscheidender
Bedeutung sein. Später am Abend findet ein Festessen statt. Also
müssen wir uns beeilen und zieht bloß nicht eure besten Sandalen
an. Hier wenden wir uns nach links und kommen zur Augustus-Ge-
dächtnis-Kloake und von da aus direkt weiter zum Hypokaustum, das
ist gerade neu gefliest worden. Also meine Terroristen: Seht euch
vor mit diesen Waffen. Wir befinden uns dann direkt unterhalb von
Pilatus' Audienzzimmer. Und das ist der Moment, wo jeder sehen
muss, wo er bleibt.
9. Szene:
Ort: Kanalisation und Pilatus' Palast
Zeit: -
Situation: Die VVJ schleicht durch das Kanalsystem und kommt an Pilatus' Palast
and. Dort treffen Sie eine weitere Terrorgruppe.
Charakter: Volksfront von Judäa VVJ und
Kampagne für ein freies Galiläa KFFG
Alle: Scht.
KFFG: Kampagne für ein freies Galiläa.
Francis: Oh, ämnä, Volksfront von Judäa, Kampfkommando.
KFFG: Ou.
Francis: Was treibt ihr denn hier?
KFFG: Wir werden Pilatus' Frau entführen, sie mit uns mitnehmen und For-
derungen stellen.
Francis: Ja, wir auch.
KFFG: Was?
Francis: Das ist unser Plan.
KFFG: Wir waren aber Zuerst hier.
Francis: Was soll denn das heissen?
KFFG: Uns ist es Zuerst eingefallen.
Francis: Achja?
KFFG: Naklar. Schon vor ein paar Jahren... Ja! Das stimmt!
Francis: Naschön. Kommt, kommt. Habt ihr alle eure Forderungen ausgearbei-
tet?
KFFG: Selbstverständlich.
Francis: Und wie lauten sie?
KFFG: Das werde ich DIR doch nicht auf die Nase binden.
Francis: Also, nun werd' aber mal nicht komisch hier.
KFFG: Wer wird hier komisch?
Francis: Fass mich nicht an.
KFFG: Wir sind Zuerst draufgekommen.
Francis: Nein, seid ihr nicht.
KFFG: Doch, sind wir doch.
Francis: Nein, seid ihr nicht.
KFFG: Doch sind wir.
Francis: Seid ihr nicht.
KFFG: Doch sind wir!
Francis: Seid ihr nicht!
Alle: Pscht Pscht!
KFFG: Wir planen das schon seid Monaten, du Aushilfsterrorist.
Francis: Ach du hast doch von nichts eine Ahnung du Ersatz... Auu!
Brian: Brüder, Brüder! Wir sollten zusammenringen!
Francis: Tun wir doch!
Brian: Aber kämpft doch nicht gegeneinander. Wir müssen vereint sein
gegen
den gemeinsamen Feind.
Alle: Die Judäische Volksfront!!!
Brian: Nein, nein, die Römer!
Alle: Achsoo.
KFFG: Ja, er hat recht...
## römische Wachen streifen vorbei ##
Francis: Aufpassen!
Alle: Pschschscht!!!
## die Gefahr ist vorüber ##
KFFG: Gut. Wo waren wir?
Francis: Du wolltest mir eine reinhauen.
KFFG: Achja...
Brian: Brüder!
## beide Gruppen schlagen sich bis zum Um- ##
## fallen, nur Brian bleibt übrig ##
10. Szene:
Ort: Kerker
Zeit: -
Situation: Brian wurde festgenommen und wird in den Kerker geworfen. Dort trifft
er einen weiteren Gefangenen.
Charakter: Brian, graues Männchen, Wärter, Zenturio.
Wärter: Hähähähä!!! (spuck)
Brian: Ahh!
Mann: Oh, du bist ein Glückspilz.
Brian: Wer ist da?
Mann: Du glücklicher, glücklicher Schurke.
Brian: Was?
Mann: Du musst ja der Liebling vom Gefängniswärter sein, was?
Brian: Was meinst du damit?
Mann: Du hast ihm wohl ein paar Kröten zugesteckt, hä?
Brian: So ein Blödsinn. Du hast doch gesehen, wie er mir ins Gesicht ge-
spuckt hat.
Mann: Ooouuhh! Was würde ich darum geben, wenn mir mal einer ins Gesicht
spucken würde. Oh. Manchmal hänge ich hier des Nachts und träume
davon, das mir einer kräftig ins Gesicht spuckt.
Brian: Das ist aber nicht gerade freundlich. sie hatten mir Handfesseln
angelegt.
Mann: Was, Handfesseln? Ouhh! Meine Vorstellung vom Himmel ist es, ein-
mal in schöne Handfesseln gelegt zu werden, und sei es nur für ein
paar Stunden. Die müssen wirklich glauben, die Sonne scheint aus
Deinem Hintern, Jungchen.
Brian: Lass mich doch zufrieden, das war kein Spaziergang.
Mann: Kein Spaziergang? Das ich nicht lache. Ich hänge hier schon fünf
Jahren und erst gestern haben sie mich richtigrum aufgehängt. Also
komm mir nicht mit so was, ja?
Brian: Na gut. Na gut.
Mann: Ich glaube, die müssen dich für den allmächtigen Herrgott
halten.
Brian: Was werden die wohl mit mir machen?
Mann: Och ... Du kommst bestimmt mit Kreuzigung davon.
Brian: Was, Kreuzigung?
Mann: Ja. Ohne Vorstrafen.
Brian: Ich komme davon mit KREUZIGUNG?
Mann: Ja. Das beste, was die Römer je für uns getan haben.
Brian: Was?
Mann: Oh ja. Wenn es die Kreuzigung nicht gäbe wäre dieses Land in
einem
solchen Zustand...
Brian: Wärter!
Mann: Nagelt die Brut ans Kreuz, sage ich!
Brian: Wärter!!
Mann: Nagelt die Vernunft in das Volk
Wärter: Was willst du?
Brian: Ich möchte in eine andere Zelle verlegt werden.
Wärter: Ha! (spuck)
Mann: Ahh. Sie dir das an. Verdammte Günstlingswirtschaft.
Brian: Halt die Klappe, du...
Mann: Verzeihung.
Brian: Uah.
Mann: Nimm mal meinen Fall: vor fünf Jahren haben sie mich hier oben
aufgehängt und jede nacht nehmen sie mich für zwanzig Minuten run-
ter, dann hängen sie mich wieder auf, was ich eigentlich für sehr
fair halte, wenn man meine Tat bedenkt. Und wenn schon nichts an-
deres, so hat es mich doch wenigstens Respekt vor den Römern ge-
lehrt. Und es hat mich gelehrt, dass man es nie zu etwas bringt in
diesem Leben, es sein denn, man selber hat für ein anständiges Ta-
gewerk zu leisten. Für eines anständigen Tages.
Brian: Halt endlich die Klappe!
Mann: Uah!
## Zenturio erscheint ##
Zenturio: Pilatus will dich sehen!
Brian: Miich?
Zenturio: Komm schon.
Brian: Pilatus? Warum soll er mich sehen wollen?
Zenturio: Ich glaube, er will wissen wie rum du gekreuzigt werden willst.
Mann: Uaha! Uahahaahaha. Ein guter Witz, Zenturio. Der gefällt mir.
Zenturio: Halt die Klappe!
Mann: Oh, äh, Schuldigung. Mmmh. Eine tolle Rasse diese Römer. Wirk-
lich schneidig.
11. Szene:
Ort: Pilatus' Gemächer
Zeit: -
Situation: Brian wird in Pilatus' Gemächer geführt, die anscheinend
neu eingerichtet werden.
Charakter: Pilatus, Römer, Zenturio, Brian, Baumeister
Pilatus: Tu nimmst tiese große Figur herunter und tann von ta unten...
Zenturio: Heil Cäsar.
Pilatus: Hail.
Zenturio: Nur ein überlebender.
Pilatus: Ohh. Wirf ihn auf den Fusspoden.
Zenturio: ähh. Wie bidde?
Pilatus: Wirf ihn auf den Poden.
## Zenturius wirft ihn auf den Boden ##
Brian: Ahh.
Pilatus: Also, wie ist dein Name, Jude?
Brian: Brian, Herr.
Pilatus: Prian, aha.
Brian: Nein nein. Brian. Au!
## Zenturio schlägt ihn ##
Pilatus: Hm hm hm. Ter kleine Chelm ist ein Widerporst.
Zenturio: Wie bidde?
Pilatus: Ein Widerporst.
Zenturio: Jaa. Natürlich.
Pilatus: Weißt tu, solche Purchen cheinen hier unperechenpar Prutal vorzu-
gehen. Plutberaucht.
Zenturio: Oh, äh. Ich glaube geraucht hat er auch.
Pilatus: Also, tu pist ein Tefitist.
Brian: Ich pisse was?
Pilatus: Hahh. Prügel ihn, Zenturio für tiese Unverchämtheit.
## Zenturio schlägt ihn erneut ##
Brian: Au!
Zenturio: Oh, und, äh, auf den Poden werfen?
Pilatus: Pidde?
Zenturio: Ihn wieder auf den Poden werfen?
Pilatus: Oh ja. Chleudert den Purchen zu Poden.
## Zenturio schleudert ihn zu Boden ##
Brian: Ahh.
Pilatus: Nun, was tatest tu für ein publcht Chtück?
Brian: So dürft ihr nicht mit mir reden. Ich bin Römer wie ihr.
Pilatus: Ein römicher Pürger?
Brian: Nein nein. Bürger. Au!
## Zenturio schlägt ihn ##
Pilatus: Soo. Vielleicht ter Pastard eines Römers? Wer war's?
Brian: Er war Zenturio in der Jerusalemer Garnison.
Pilatus: Erchtaunlich. Wie war sein Name?
Brian: Nixus Minimax.
Zenturio: Puahahaa!
Pilatus: Zenturio, haben wir irgendjemand tieses Namens in der Garnison?
Zenturio: äh, nein Herr.
Pilatus: Du cheinst mir ta sehr sicher zu sein. Hast tu tas üperprüft?
Zenturio: äh, nein Herr, ähm. Ich halte es für einen Witz.
Wie, äh, Stechus Kaktus oder Schwanzus Longus.
Pilatus: Was, äh, was ist so komich an Chwanzus Longus?
Zenturio: Das ist ein verhonepipelter Name.
Pilatus: Hmm? Als Knape hatte ich einen guten Freunt in Rom, der hiess
Chwanzus Longus ...
## ein Wächter hält es nicht mehr aus ##
Wächter: Hua hua hua hua...
Pilatus: Chweig! Ich wünche keine Unverchämtheiten. Tu wirst tich
in der
Gladiatorenchule wiederfinden. Ich lasse nicht mit mir cherzen.
Solches Penehmen ist chändlich.
Brian: Kann ich nun gehen, Herr? Au!
## Zenturio schlägt ihn ##
Pilatus: Na wartet, wenn Chwanzus Longus das hört ...
## der gleiche Wächter kugelt sich vor La- ##
## chen ##
Pilatus: Wache! Pringt ihn hinaus!
Zenturio: Oh Herr. Er hat doch nur...
Pilatus: Nein nein. Er wird in einer Woche Pären und Pestien in der Arena
gegenüberchtehen.
Zenturio: Gut Herr. Also komm mit.
Pilatus: Ich gechtatte nicht, tass meine Freunde lächerlich gemacht werden
von einem ordinären Chnösel.
## Pilatus geht die Runde und versucht, die ##
## Wächter aus der Fassung zu bringen, indem ##
## er ihnen den Namen langsam wiederholt ##
Pilatus: Ist noch jemandem zumute nach einer kleinen Chelmerei? Wenn ich
meinen liepen Freund erwähne? ... Chwanzus, äh, Longus? ... Und
tu Churke? Findest tu's vielleicht pesonders komich? Wenn ich ihn
sage diesen Namen? ... Schwanzus Longus? Hmm? Er hat eine chöne
Frau. Wisst ihr wie man sie nennt?
## Wächter kann sich kaum beherrschen ##
Wächter: Mmmmmm.
Pilatus: Sie wird genannt Ikontinenzia. Ikontinenzia Prop...
## jetzt sind sie nicht mehr zu halten ##
Alle: Hua hua hua hua!!!
Pilatus: Was soll das pedeuten? Jetzt hap ich aber genug tavon. Ich chleu-
dere euch Repellen in den tiefsten Chlund! Chweigt! Chweigt! Ich
pefehle es euch! ...
## Brian erkennt die Situation und flieht ##
Pilatus: Ergreift ihn! Fasst ten Purchen. Putzt euch die Nase und fasst
ihn!
12. Szene:
Ort: Fluchtweg, ausserirdisches Raumschiff
Zeit:
Situation: Brian flieht und wird von Römern verfolgt. Schliesslich kommt
er auf einen Markt, wo er einem Barthändler zwecks Tarnung einen Bart abkaufen
will.
Charakter: Arbeiter, Römer, Brian, Ausserirdische, Gegner, Mann, drei Prediger,
ein Bart Händler, Burt
## Brian klettert eine Wendeltreppe hinauf, ##
## die jedoch nicht fertig ist. Der Arbei- ##
## ter wird mitten auf der Treppe überrannt, ##
## er holt seinen fallengelassenen Hammer ##
## zurück. Brian stürzt von der unfertigen ##
## Treppe und wird zufälligerweise von Aus- ##
## serirdischen eingefangen, die eine er- ##
## bitterte Schlacht mit ihren Gegner lie- ##
## fern und stürzen ab. ##
Mann: Da haben wir aber Glück gehabt, was?
## auf dem Marktplatz stehen Prediger, die ##
## das Ende der Welt herbeisehen ##
Prediger 1: Und die Tatzen des Tieres werden groß sein und schwarz, und
seine Augen werden rot sein vor Blut lebender Kreaturen. Ich
sage euch: ganz Babylon wir sich erheben und eine dreiköpfige
Schlange. Und es wird im ganzen Land ein scheuern und schlei-
fen, ein reiben und schubbern von aneinanderklebenden Teilen
geben. Diese Teile werden wieder auseinanderfallen...
Prediger 2: ...neun Kriege. Nicht zwei oder drei oder fünf, es werden neun
sein. Und das Schwert wird schwingen über allen elenden Sün-
dern, und das ist genau das, was sie sind, Herr. Und das Horn
soll auf dem Haupt sein, und es hat neun Spitzen. Und das
Schwert wird alles enthaupten: zack und zack und zack...
Prediger 3: ...also ich wollte sagen, das etwa zu dieser Zeit die Verwir-
rung durch die ähm, und die Verwirrung wird alljene verwirren,
die nicht wissen ämnä und niemand wird wirklich genau wissen,
wo diese kleinen Dinge zu finden sind, die verknüpft sind mit
einer Art von Handarbeitszeug, das durch die Verknüpfung ver-
knüpft ist. Und zu der Zeit soll ein Freund seines Freundes
Hammer verlieren. ähh. Und die Jungen sollen nicht wissen, wo
die Dinge, die jene Väter erst um acht Uhr am vorhergehenden
Abend dorthin gelegt hatten, kurz vor Glockenschlag. Dies steht
geschrieben im Buch von Sel. In dieser Zeit...
## Brian kommt zu einem Barthändler ##
Brian: Wieviel? Schnell!
Händler: Was?
Brian: Es ist für meine Frau.
Händler: Oh, ähhh. 20 Schekel.
Brian: Fein.
Händler: Was?
Brian: Da, bitte sehr.
Händler: Moment mal.
Brian: Was?
Händler: Ja, wir müssen erst feilschen.
Brian: Nein nein nein. Ich muss schnell...
Händler: Was meinen sie mit "nein nein nein"?
Brian: Ich hab keine Zeit für...
Händler: Dann geben sie ihn zurück.
Brian: Nein nein. Ich habe ihn bezahlt.
Händler: Burt!
## ein großer Mann erscheint ##
Burt: Ja?
Händler: Dieser Mensch will nicht feilschen.
Burt: Will nicht feilschen?
Brian: Also gut. Wenns denn sein muss.
Händler: Na gut. Hören sie. Ich will 20 dafür.
Brian: Sie haben sie gekriegt.
Händler: Wollen sie etwa behaupten, er wär nicht zwanzig Schekel wert?
Brian: Nein.
Händler: Sehen sie sich das an. Fühlen sie Qualität. Das sind
keine
Ziegenhaare.
Brian: Gut. Dann gebe ich ihnen 19 dafür.
Händler: Oh nein nein nein kommen sie, so macht das keinen Spaß.
Brian: Was?
Händler: Feilschen sie wie ein vernünftiger Mensch. Ist doch keine
19
wert.
Brian: Sie sagten gerade, er wäre 20 wert.
Händler: Oh meine Güte, meine Güte. Los kommen sie, feilschen
sie.
Brian: Na schön. Ich gebe ihnen zehn.
Händler: Schon besser so. Zehn? Sie wollen mich wohl beleidigen, Mann!
Mich mit einer im sterben liegenden Großmutter. Zehn?
Brian: Nagut, dann gebe ich ihnen elf.
Händler: Ja, so geht das. Er sagt elf? Hab ich richtig gehört, er
sagt
elf und mich hat er zwölf gekostet. Wollen sie mich ruinieren?
Brian: 17.
Händler: Nananana! 17.
Brian: 18?
Händler: Nein, nein. Sie sind bei vierzehn.
Brian: Na dann gebe ich ihnen 14.
Händler: 14? Das soll doch wohl ein Witz sein.
Brian: Aber wieso? Sie haben doch gesagt, ich soll das sagen. Sagen
sie mir, was ich sagen soll, bitte.
Händler: Offerieren sie mir 14.
Brian: Ich gebe ihnen 14.
Händler: Hört ihr, er will 14 zahlen für dieses Stück...
Brian: 15.
Händler: 17, mein letztes Wort, und keinen Pfennig weniger oder mich
soll der Schlag treffen.
Brian: 16.
Händler: Gemacht. War nett mit ihnen Geschäfte zu machen. He! Hören
sie
mal. Ich gebe ihnen das hier noch dazu.
Brian: Ich will es nicht. Trotzdem Danke.
Händler: Burt!
Burt: Ja?
Brian: Also gut. Einverstanden, Einverstanden.
Händler: Wo sind die 16, die sie mir schulden?
Brian: Ich gab ihnen gerade zwanzig.
Händler: Oh. Ja natürlich. Dann schulde ich ihnen vier.
Brian: Nein, ist schon gut. In Ordnung. Lassen sie es so.
Händler: Warten sie. Ich habe sie hier irgendwo.
Brian: Nein. Die vier für die Flasche.
Händler: Vier? Für diese tolle Flasche? Vier? Sehen sie an, sie ist
zehn wert und da bezahl ich noch zu.
Brian: Aber sie haben doch gesagt, sie wollen sie mir schenken.
Händler: Ja aber wert ist sie zehn.
Brian: Also gut, also gut.
Händler: Nein nein nein nein nein. Sie ist keine zehn wert. Sie müssen
mit mir streiten. "Zehn, für diese Flasche? Sie müssen ver-
rückt sein!" ...
## Brian flüchtet, während sich sich der ##
## Händler in seinen Erklärungen verliert ##
Händler: Naja. Wer nicht will, der hat schon.
13. Szene:
Ort: Headquarters der VVJ
Zeit:
Situation: Die VVJ schreibt ihre Märtyrer nieder. Römer suchen nach
Brian.
Charakter: die übriggebliebenen VVJ Mitglieder, Prediger aus vorheriger
Szene, Zenturio, eine ganze Menge Römer
## Rech geht die Liste durch, Francis wie- ##
## derholt die Namen, Loretta schreibt sie ##
## auf ##
Francis: Daniel
Loretta: Daniel.
Rech: Hiob
Francis: Hiob
Loretta: Hiob.
Rech: Josua
Francis: Josua
Loretta: Josua.
Rech: Judas
Francis: Judas
Loretta: Judas.
Rech: Und Brian
Francis: und Brian
Loretta: Brian.
Rech: Ich schlage nun vor, dass alle sieben dieser Ex-Brüder damit nun
ins Protokoll aufgenommen werden als Märthyrer auf Probe für
diese Sache.
Loretta: Ich unterstütze den Antrag.
Rech: Danke, Loretta. Die anderen durch nicken...
Geschwister! Lasst uns nicht verzagt sein durch dieses. Denn ei-
ne totale Katastrophe wie diese ist erst der Anfang. Ihre glor-
reichen Tode sollen uns alle noch fester verbinden.
## es klopft ##
Rech: Aufgepasst.
## Brian tritt ein ##
Brian: Hallo! Matthias! Rech!
Rech: Geh weg!
Brian: Rech! Ich bin es! Brian!
Rech: Raus hier! Raus hier, verschwinde!
Brian: Stan!
Loretta: Ach schwirr ab!
Rech: Verpiss dich!
Francis: Hau ab, man!
## es klopft erneut ##
Bonk Bonk Bonk
Matthias: Ich komme.
## Brian versteckt sich auf einem wackeligen ##
## Balkon 3 Meter über einem Prediger ##
Prediger 3: Ein Mann soll seinen Esel schlagen und seines Neffen Esel und
jeden in der Nähe...
## Matthias öffnet die Tür ##
Matthias: Meine Augen sind trübe, meine Beine sind müde...
Zenturio: Bist du Matthias?
Matthias: Ja.
Zenturio: Wir haben Grund zu der Annahme, dass du möglicherweise einen
gewissen Brian von Nazareth verbirgst. Mutmaßliches Mitglied
der Terrororganisation "Volksfront von Judäa".
Matthias: Was ich? Nein. Ich bin nur ein armer alter Mann. Ich habe kei-
ne Zeit für Gesetzesbrecher. Meine Beine sind grau, meine Ohren
sind leer, meine Augen sind alt und gebeugt...
Zenturio: Ruhe! Einfaltspinsel. Wache! Hausdurchsuchung! Du weißt, welche
Strafe vorgesehen ist im römischen Gesetz für das Beherbergen
eines Verbrechers?
## eine Menge Römer strömt ins Haus ##
Matthias: Nein?
Zenturio: Die Kreuzigung...
Matthias: Ohh.
Zenturio: Scheusslich, hä?
Matthias: Hm. Es gibt schlimmeres.
Zenturio: Was meinst du damit "es gibt schlimmeres"?
Matthias: Man kann auch erdolcht werden.
Zenturio: Erdolcht? Was? Das dauert nur 'ne Sekunde. Die Kreuzigung dau-
ert Stunden. Das ist ein langsamer graünvoller Tod!
Matthias: Na ja, aber wenigstens ist man dabei an der frischen Luft.
Zenturio: Der hat 'ne Meise.
## die Römer kommen wieder heraus ##
Römer: Nein Herr, ich habe nichts finden können, Herr!
Zenturio: Aber keine Sorge. Das war nicht das letzte, was du von uns ge-
sehen hast. Verdrehter Opa!
Matthias: Rübennase.
Zenturio: Passs auf!
Rech: Pfft. Das war noch mal Glück.
Brian: Es tut mir leid, Rech.
## Rech erbost ##
Rech: Ahhh. Hört ihr das, Geschwister? Es tut ihm leid. Es tut ihm
leid, das er die fünfte Legion zu unserem amtlichen Hauptquar-
tier geführt hat. Nun, alles in Ordnung, Brian. Setz dich.
Nimm dir 'n Keks. Machs es dir schön bequem. ...
DU ARSCH!!! Du dämlicher, spatzenköpfiger, völlig irregeworde-
ner...
Brian: Ahh!
## es klopft erneut ##
Bonk Bonk Bonk
## Matthias öffnet die Tür ##
Matthias: Meine Beine sind taub und blind. Meine Ohren sind grauhaarig.
Ja?
Zenturio: Da ist noch ein Platz, wo wir nicht nachgesehen haben. Wache!
## die Römer stürmen erneut ins Haus ##
Matthias: Ich bin nur ein armer alter Mann. Meine Augen sind grau, meine
Nase ist krumm.
Zenturio: Hast du schon mal bei einer Kreuzigung zugesehen?
Matthias: Kreuzigung ist doch Firlefanz.
Zenturio: Sag das bitte nicht dauernd.
## jetzt kommen sie wieder raus ##
Römer: Hab den Löffel gefunden, Herr.
Zenturio: Gutgemacht, Sergeant. Wir kommen wieder. Blödes Huhn.
## es klopft zum dritten Mal ##
Bonk Bonk Bonk
Zenturio: Aufmachen!
Matthias: Sie haben uns keine Zeit gegeben uns zu verstecken.
Zenturio: Ha haaa!
## der Balkon, auf dem sich Brian verstek- ##
## kte, bricht herunter und stösst den Predi-##
## ger von seiner Rednerhöhe ## ##
Prediger 3: Wenn die Verwirrung erstmals... huaa! Auuu!
## die Zuhörer applaudieren Brians Tat (Weg- ##
## schubsen des Predigers) ##
Zuhörer: (klatsch)
14. Szene:
Ort: Marktplatz
Zeit:
Situation: Brian beginnt anstelle des Predigers zu reden. Dabei avanciert Brian
zum Heiligen.
Character: Prediger, Brian, Zuhörer, Bettler, Verfolgende
Prediger: Und das Leben in der Wüste ist ein garstigesmeine Freunde aber
trotzdem: ich sage euch: gehet in die Wüste und ernähret euch
vom Sand...
Brian: Richtet niemals andere auf das ihr, ich meine
auf das ihr nie-
mals gerichtet werdet.
Menge: Was?
Brian: Ich sagte: richtet niemals andere, auf das ihr nicht gerichtet,
äh, werdet.
Zuhörer: Wer ich?
Brian: Ja.
Zuhörer: Oh danke. Danke vielmals.
Brian: Oh! Nicht nur du. Ich meine euch alle.
Bettler: Das is 'ne hübsche Flasche (lall)
Brian: Was?
Bettler: Wieviel willst du für die Flasche haben?
Brian: Nichts. Ich schenk sie dir.
Bettler: Geschenkt?
Brian: Ja. Und schaut die Lilien...
Bettler: Willst du nicht feilschen?
Brian: Nein. ...auf dem Felde.
Bettler: Was ist damit nicht in Ordnung?
Brian: Nichts. Nimm sie.
Zuhörer: Ja! Schauet die Lilien.
Brian: Nun, dann die Vögel.
Zuhörer: Was für Vögel?
Brian: Irgendwelche Vögel.
Zuhörer: Wieso?
Brian: Nun, äh, haben diese Arbeit?
Zuhörer: Wer?
Brian: Die Vögel.
Zuhörer: Was für 'ne Frage "haben Vögel Arbeit"
Zuhörer: Was ist mit dem los?
Zuhörer: Er sagt, die Vögel würden betteln.
Brian: Oh nein. Ich meinte eigentlich: die Vögel kommen doch ganz gut
zurecht.
Zuhörer: Na, das wollen wir ihnen auch wünschen.
Zuhörer: Ja. Ich finde, Vögel sind nett.
Brian: Also gut. Aber ihr. Seid ihr nicht sehr viel bedeutender als
sie? Oder nicht? Worum sorgt ihr euch also? Da seht ihr es.
Zuhörer: Ich sorge mich darum, warum du was gegen Vögel hast.
Brian: Ich hab doch garnichts gegen Vögel. Schauet die Lilien!
Zuhörer: Hach! Jetzt geht der Kerl auch noch gegen die Blumen los.
Zuhörer: Oh! Gib den Blumen eine Chance.
Bettler: Ein Kupferstück dafür.
Brian: Sie gehört dir.
Bettler: Das ist fein.
Brian: Seht: da war ein Mann und der hatte zwei Knechte.
Zuhörer: Und wie hießen die?
Brian: Was?
Zuhörer: Nun, wie waren ihre Namen?
Brian: Ach das weiß ich nicht. Und er gab ihnen ein paar Talente.
Zuhörer: Du weißt nicht, wie sie heißen?
Brian: Das spielt doch keine Rolle.
Zuhörer: Er weiß nicht mal wie sie heißen...
Brian: Gut. Also die Namen sind Simon und Adria. Also...
Zuhörer: Ohh! Du sagtest doch, du weißt es nicht.
Brian: Es spielt wirklich keine Rolle. Worum es geht ist, dass diese
beiden Knechte...
Zuhörer: Er erfindet die Geschichte einfach.
Brian: Nein, das tu ich nicht. Und er gab ihnen ... Moment mal, waren
es drei? Nein da waren drei ... nein da waren ... Nein. Es waren
wirklich drei...
## ein parr Römer kommen vorbei, sie suchen ##
## ihn wahrscheinlich noch Brian verliert ##
## etwas den Faden ##
Brian: Also hört das: Selig sind die, die ihres Nachbarn Oxen flüssig
machen, denn, äh, die sollen ihr Würfelzeug erben. Und äh, gege-
ben werden soll ihnen, also einem jedem von ihnen, gegeben, je-
dem von ihnen ... soll gegeben werden ...
Menge: Was?
Brian: Hä?
Zuhörer: Soll was gegeben werden?
## Brian steigt von seiner Anhöhe herunter ##
## und geht weg ##
Brian: Och nichts.
Zuhörer: Hey! Was wolltest du uns sagen?
Brian: Nichts.
Zuhörer: Doch. Du wolltest uns etwas sagen.
Brian: Wollte ich nicht. Ich war fertig.
Zuhörer: Nein, du warst nicht fertig.
Brian: Ich war doch fertig.
Zuhörer: Was will er uns nocht sagen? Ist es ein Geheimnis? Ist es?
Zuhörer: Natürlich ist es eins, sonst würde er's uns sagen.
Brian: Lasst mich zufrieden.
Zuhörer: Was ist es? Das Geheimnis vom ewigen Leben.
Brian: Natürlich nicht. Wenn ich das Geheimnis vom ewigen Leben wüsste,
dann würde ich es auch nicht sagen.
## Brian flieht vor der immer grösser werden-
##
## den Menge. Eine Frau in der Menge nimmt ##
## die Flasche, die Brian dem Bettler schenk- ##
## te und hält sie wie ein heiliges Relikt ##
## hoch. ##
Frau: Es ist seine Flasche. Dies hier ist seine Flasche!
Zuhörer: Seht!
Frau: Es ist seine Flasche! Wir werden sie tragen für dich, Meister.
Meister?
Zuhörer: Er ist fort. Er ist gen Himmel aufgefahren.
Menge: Meister!
Zuhörer: Nein, nein! Da ist er ja! Da!
Menge: (schrei)
## Die Menge verfolgt ihn. Brian verliert bei ##
## seiner Flucht einen seiner Sandalen ##
Verfolger: Seht!
Verfolger: Er gab uns ein Zeichen.
Verfolger: Nein. Er gab uns eine... eine Sandale!
Verfolger: Die Sandale ist das Zeichen. Lasst uns seinem Beispiel folgen.
Verfolger: Was?
Verfolger: Lasst uns alle eine Sandale hochhalten und die andere am Fuss be-
halten, dann das ist SEIN Zeichen. Und alle die ihm nachfolgen
werden das gleiche tun...
Verfolger: Nein nein nein. Die Sandale ist ein Zeichen, dass wir alle Sand-
alen sammeln müssen.
Verfolger: Pfeifft auf eure Sandalen und folget der Flasche.
Menge: (schrei)
Verfolger: Lasst uns zusammen Sandalen sammeln. Wir zusammen.
Verfolger: Nein. Das ist ein Zeichen, dass wir an ... denken müssen. Nicht
an die Sinne des Leibes sondern an die Dinge des Gesichtes und
des, äh, wie? Des ... des Kopfes ...
Verfolger: Folget der Flasche. Der heiligen Flasche von Jerusalem.
Verfolger: Haltet den Schuh hoch, wie er es uns befohlen hat...
Verfolger: Es ist eine Sandale.
Verfolger: Haltet den Schuh hoch...
Verfolger: Es ist eine Sandale!!!
Verfolger: Werft sie hinfort!
Verfolger: Zieht sie an! Und du, verschwinde!
Verfolger: Nehmt die Sandale und folgt ihm.
Menge: (schrei)
Verfolger: Halt. Wartet. Lasst uns, lasst uns flattern. Ja. Er kommet zu
uns. Lasst die Saat des Grabes...
15. Szene:
Ort: irgendwo in einer wüstlichen Wildnis
Zeit:
Situation: Die Menge verfolgt Brian. Brian trifft einen Einsiedler, der in einem
Loch sitzt. Die Menge holt ihn ein.
Charakter: Brian, die Menge, Einsiedler mit Schweigegelübde
Menge: Da rennt er! Warte! Warte!
## Brian kommt am Einsiedlerloch an ##
Brian: Hey. Gibt es noch einen anderen Weg nach unten? Gibt es einen
anderen Pfad hinunter zum Fluss?
Einsiedler: Mmm! Mmm!
Brian: Bitte bitte hilf mir, ich muss unbedingt...
Menge: Meister! Meister!
## Brian flieht vor der Menge, indem er ins ##
## Loch und auf den Fuss des Einsiedlers ##
## springt ##
Einsiedler: Au! Mein Fuß! Au!
Brian: Schsch!
Einsiedler: Mmmm! Verdammt, verdammt, verdammt!
Brian: Es tut mir leid. Scht!
Einsiedler: Verdammt verdammt verdammt!
Brian: Es tut mir leid. Pscht.
Einsiedler: Wirst du wohl mit dem Pscht aufhören! 18 Jahre völligen
Schwei-
gens und du pschst mich an.
Brian: Was?
Einsiedler: Ich habe mein Gelübde 18 Jahre lang gehalten und nicht ein
ein-
ziger erkennbarer artikulierter Laut ist über meine Lippen ge-
kommen. Hhhh.
Brian: Dann schaffst du es vielleicht noch mal für fünf Minuten...
Einsiedler: Jetzt ist sowieso alles egal. Jetzt kann ich mich ruhig ins Ver-
gnügen stürzen. Manchmal in dieses letzten 18 Jahren habe ich
mir gewünscht zu rufen und zu singen und meinen Namen laut hin-
auszuschreien. Oh ich lebe!
Brian: Pscht!
Einsiedler: Hava Nagila!
Brian: Pschscht!
## Der Einsiedler springt hoch und wird von ##
## der Menge entdeckt. Die Menge stürmt zum ##
## Loch. ##
Einsiedler: Hava! Oh ich lebe! Halouoouuo. Oh ich lebe! Hallo ihr Bäume,
hallououo.
Lass mich doch, lass mich doch. Ich lebe! Hava Nagila. Hava.
Menge: Meister! Meister! (schrei)
Verfolger: Sprich, sprich zu uns, Meister. Sprich zu deiner Fe..
Menge: Pssst!!!
Brian: Ihr sollt Fortgehen!
Menge: Er hat uns gesegnet!
Verfolger: Wie sollen wir denn fortgehen, Meister?
Brian: Nun, geht einfach nur weg. Lasst mich in Ruhe.
Verfolger: Gib uns ein Zeichen!
Verfolger: Er hat uns doch ein Zeichen gegeben. Er hat uns an diesen Ort
geführt.
Brian: Nein. Ich hab euch nicht hergebracht. Ihr seid mir einfach ge-
folgt.
Verfolger: Oh, es ist trotzdem ein gutes Zeichen. Es hält jeden Vergleich
aus.
Verfolger: Meister. Dein Volk ist Millionen Meilen gewandert um bei dir zu
sein. Es ist müde und hat nicht zu Mittag gegessen.
Brian: Es ist nicht meine Schuld, dass ihr nicht zu Mittag gegessen habt.
Verfolger: Es gibt keine Nahrung in diesem hohen Gebirge.
Brian: Und was ist mit dem Wachholderbusch dortdrüben?
## Brian zeigt auf einen einsamen Busch in ##
## der Wüste ##
Menge: Ein Wunder!
Verfolger: Nur durch sein Wort hat er den Busch Früchte tragen lassen.
Seht ihr das?
Verfolger: An dem Wacholderbusch sind Wacholderbeeren.
Brian: Natürlich sind da Wacholderbeeren dran, weil es ein Wacholder-
busch ist. Was habt ihr denn erwartet?
Verfolger: Zeig uns doch bitte noch ein Wunder.
Verfolger: Versuchet nicht den Meister, ihr Oberflächlichen. Reicht euch
nicht das Wunder mit dem Wacholderbusch? Ist das nicht genug?
Einsiedler: Hört mal, das ist aber mein Wacholderbusch!
Verfolger: Oh nein. Der Busch ist eine Gabe Gottes.
Einsiedler: Das ist das einzige, was ich zu essen habe. He! Ihr da! Macht
das ihr da wegkommt! Weg! Weg!
Verfolger: Oh Herr. Ich bin gepeinigt von einer ziemlich kahlen Platte.
## ein Blinder kommt aus der Menge ##
Blinder: Ich bin geheilt! Der Meister hat mich geheilt!
Brian: Ich habe ihn überhaupt nicht angefasst.
Blinder: Ich war blind. Und jetzt kann ich wieder sehen!!! Ahhhhhh
## der Blinde stürzt ins Loch ##
Menge: Ein Wunder!!! Ein Wunder!!!
Einsiedler: Sag ihnen, sag ihnen, sie sollen aufhören. 18 Jahre lang habe
ich kein Wort geredet, bis er gekommen ist.
Menge: Ein Wunder! Er ist der Messias.
Einsiedler: Er ist mir auf den Fuß getreten.
## alle der Menge strecken einen Fuß heraus ##
Menge: Tritt mir auf den Fuß!
Heil Messias.
Brian: Ich bin nicht der Messias.
Verfolger: Ich sage, du bist es, Herr. Und ich muss es wissen, denn ich
bin schon einigen gefolgt.
Menge: Heil Messias!
Brian: Ich bin nicht der Messias. Würdet ihr mir bitte zuhören: ich
bin nicht der Messias. Versteht ihr das? Ganz ganz ehrlich.
Frau: Nur der wahrhaftige Messias leugnet seine Göttlichkeit.
Brian: Was? Ihr müsst mir doch 'ne Chance lassen, da raus zu kommen.
Also gut. Ich bin der Messias.
Menge: Er ist es! Er ist der Messias.
Brian: Und jetzt: VERPISST EUCH! ...
Verfolger: ...Wie sollen wir uns verpissen, oh Herr?
Brian: Haut einfach nur ab. Lasst mich zufrieden.
## der Einsiedler geht auf Brian zu und ##
## würgt ihn ##
Einsiedler: Du hast diesen Leuten gesagt, sie sollen meine Wacholderbeeren
aufessen. Du brichst mir meinen verdammten Fuß, du brichst mein
Schweigegelübde und jetzt versuchst du auch noch, meine Wachol-
derbeeren zu essen.
Verfolger: Lass das.
Brian: Ahh!
Verfolger: Das ist der Messias. Der Auserwählte.
Einsiedler: Hmm? Isser nicht.
Verfolger: Dieser Mann ist ein Ungläubiger.
Menge: Ein Ungläubiger!
Verfolger: Verurteilt und tötet den Kätzer.
Menge: Tötet ihn!
Brian: Lasst ihn zufrieden! Lasst ihn zufrieden!
## Die Menge beschäftigt sich mit dem Ein- ##
## siedler. Es er erscheint Judith. ##
Judith: Brian?
Brian: Judith?
16. Szene:
Ort: zu Hause bei den Kohns
Zeit: an einem Morgen
Situation: Brian wacht, mit Judith an seiner Seite, zu Hause auf und öffnet
das Fenster. Unter dem Fenster steht das Volk. Brian spricht zu der Menge.
Charakter: Brian, Judith, Brians Mutter und Brians Volk
Menge: Sehet! Da ist er! Der Auserwählte ist aufgewacht!
Brian: Ahh!
## Brian erschrickt und schließt schnell das ##
## Fenster ##
Mutter: Brian!
Brian: Es ist Mama! Sekunde Mama!
Mutter: Brian!
Brian: Scht!
Hallo Mama.
Mutter: Verfluchter Kerl! Hallomama're mich nicht. Was will das ganze Volk
da draußen? Hä?
Brian: Oh ja, weißt du die sind...
Mutter: Warum? Was hast du schon wieder getrieben, Bürschchen?
Brian: Naja. Ich schätze, die sind vorbeigekommen, weil sie irgendwie...
Mutter: Vorbeigekommen, ja? Vorbeigeströhmt würde ich sagen. Ganze
Völker-
scharen lungern da rum!
Brian: Ich weiß auch nicht. Die folgen mir schon seid gestern.
Mutter: Na denen werd' ich beibringen, die weiter zu folgen.
## Brians Mutter öffnet energisch das Fen- ##
## ster und spricht zur Menge ##
Mutter: Ihr werdet damit aufhören, meinem Sohn zu folgen! Ihr solltet euch
was schämen!
Menge: Der Messias! Der Messias! Zeig uns den Messias.
Mutter: Wen soll ich euch zeigen?
Menge: Den Messias!
Mutter: Hier ist kein Messias. Kein einziger! Mist und Staub ist hier drin
aber kei Messias! Und nun: Buenos Dias!
## sie schließt das Fenster wieder ##
Menge: Brian! Brian!
Mutter: Also Junge! Was hast du wieder angestellt?
Brian: Nichts Mama.
Mutter: Komm! Raus damit!
Brian: Die denken, ich bin der Messias, Mama.
Mutter: Was hast du den erzählt?
Brian: Nichts Mama.
Mutter: Wie oft hab ich dir gesagt, du sollst nicht angeben!
Brian: Ich kann's aber erklären.
## Judith stürzt (nackt) aus der Schlafecke ##
## des Raumes ##
Judith: Lassen sie es mich erklären, Mutter Kohn!
## Brians Mutter erschrickt ##
Mutter: Hhh! ...
Judith: Ihr Sohn ist der geborene Führer. Diese Menschen da draußen
folgen
ihm, weil sie an ihn glauben, Frau Kohn. Sie glauben, dass er ihnen
Hoffnung geben kann Hoffnung auf ein neues Leben. Eine neue Welt,
eine bessere Zukunft.
Mutter: Wer ist das???
Brian: Das ist Judith, Mama. Judith, Mutter.
Judith: Hör...
Menge: Wo ist der Messias! Zeig uns den Messias!
## Brians Mutter öffnet erneut das Fenster ##
Mutter: So ... ihr werdet jetzt zuhören: er ist nicht der Messias. Er ist
nichts weiter als ein unartiger Bengel. Und jetzt verpisst euch!
Menge: Wer bist du?
Mutter: Ich bin seine Mutter! Nichts weiter.
Menge: Sehet seine Mutter! Sehet seine Mutter! Heil dir, Mutter von Brian.
Gesegnet bist du! ... Gelobet seist du für alle Zeit!
Mutter: Also glaubt ja nicht, dass ihr mich auf die Tour rumkriegen könnt!
Er wird nicht rauskommen. Das ist mein absolut letztes Wort! Und
jetzt schiebt ab!
Menge: Nein!
Mutter: He! Habt ihr nicht gehört, was ich sagte?
Menge: Ja!
Mutter: Oh. Verstehe. So ist das also, wie?
Menge: Ja!
Mutter: ähh. Na schön. Also gut. Ich schicke ihn für eine Minute
ans Fen-
ster aber nicht eine Sekunde länger. Habt ihr verstanden?
Menge: Jah!
Mutter: Versprochen?
Menge: Na ja ... also gut.
Mutter: Also schön, hier ist er. Komm Brian! Sprich zu ihnen!
## Brians Mutter winkt ihren Sohn ans Fen- ##
## ster, der sträubt sich ##
Brian: Aber Mama! Judith!
Mutter: Lass diese ... Schnäpfe zufrieden!
Menge: ääähhh!
Brian: Guten Morgen!
Menge: Segne uns! Segne uns!
Brian: Nein nein. Hört mir zu Leute. Ich hab ein oder zwei Dinge zu sagen.
Menge: Sag sie uns. Sag uns beide Dinge!
Brian: Hört zu. Ihr versteht das alles falsch. Es ist wirklich nicht nö-
tig, dass ihr mir folgt. Es ist völlig unnötig, einem Menschen zu
folgen, den ihr nicht mal kennt. Ihr müsst nur an euch selbst den-
ken. Ihr seid doch alle Individuen
Menge: Ja! Wir sind alle Individuen!
Brian: Und ihr seid alle völlig verschieden!
Menge: Ja! Wir sind alle völlig verschieden!
Mann: Ich nicht!
Menge: Pscht!!!
Brian: Und jeder von euch sollte versuchen, es für sich selbst rauszufin-
den!
Menge: Ja! Wir sollten versuchen, es für uns selbst rauszufinden!
Brian: Ja! Genau!
Menge: Sagt uns mehr, Herr!
Brian: Nein! Darum geht's ja. Ihr habt euch von niemandem sagen zu las-
sen, was ihr tun uns lassen sollt. Denn wenn ihr dies tut dann...
Mutter: Das genügt, das genügt!
## Brians Mutter zerrt ihn vom Fenster weg. ##
## Anmerkung des Schreibers: Es war exakt ##
## eine Minute, die Brian zu seinem "Volk" ##
## sprach! ##
Brian: Nein, Mama!
Menge: ähhhh!!! Das war keine Minute!
Mutter: Oh doch. Das war's.
Menge: Nein! Es war keine!
Mutter: Jetzt hört auf damit! und geht eurer Wege.
Mann: Entschuldigen sie bitte...
Mutter: Jaha?
Mann: Sind sie noch Jungfrau?
Mutter: Hhh! Wie meinen sie bitte?
Mann: Das soll keine persönliche Frage sein: Sind sie eine Jungfrau?
Mutter: Na wenn das keine persönliche Frage ist. Wie kann man denn noch
persönliche werden, hä? Und jetzt verpisst euch.
## Brians Mutter schließt beleidigt das Fen- ##
## ster ##
Menge: Sie ist eine...
17. Szene:
Ort: im Hause der Kohns
Zeit:
Situation: Brian verlässt sein Zimmer. In einem großen Raum sind
Kranke und die, die es werden wollen, versammelt. Rech
versucht die Menschen zu beruhigen und versucht sich als Brians Manager.
Charakter: Brian, Rech, Francis, Judith, das ganze Haus voller Menschen.
Rech: Mojen Heiland!
Menge: (schrei)
Mann: Komm! Leg mir die Hand auf! Schnell!
Rech: Schubst doch bitte den Auserwählten nicht so 'rum, Menschenskin-
der! Hey Du! Spritz das Baby dem Heiland nicht immer ins Gesicht.
Er wird es später noch berühren.
Mann: Hör'n sie. Können sie mal ganz kurz meine Frau besuchen? Sie
hat
Migräne.
Rech: Sie wird noch 'n bisschen warten müssen.
Mann: Das ist aber dumm. Wir haben 'ne Verabredung zum Essen.
Rech: Sie sehen doch: die Aussätzigen stehen schlange.
Mann: Ja, aber ich bin der Bürgermeister von Gaza!
Rech: äh, Brian, darf ich dich mit dem Herren bekanntmachen, der uns am
Sonntag kurz mal den Berg überlässt...
Nicht so schubsen!
He! Und nicht so viel Raudau, bitte. Die vom Teufel Besessenen
dahinten! Versucht Doch mal, die etwas unter Kontrolle zu halten.
Ist das nicht möglich. Die Unheilbaren, fürchte ich, müssen noch
ein paar Augenblicke warten. ähmn. Die sündigen Frauen. Stellt
euch da an der Wand an, ja?
## Brian wühlt sich nach draußen, Judith ##
## folgt ihm ##
Judith: Brian! Brian! Du warst phantastisch.
Brian: Du warst aber auch nicht übel Judith.
Judith: Oh nein. Das was du da eben gesagt hast, das war wirklich ganz
außergewöhnlich.
Brian: Was? Ach das war es?
Judith: Wir brauchen keine Führer. Du hast ja so recht! Ich finde, Rech
hat uns schon zu lange dominiert.
Brian: Nunja gut, aber...
Judith: Es musste gesagt werden, und du hast es gesagt.
Brian: Du bist sehr attraktiv.
Judith: Es ist unsere Revolution. Wir können es alle gemeinsam tun.
Brian: Ich denke, ich denke...
Judith: Und wir stehen alle hinter dir, Brian. Die Revolution ist in dei-
nen Händen!
Brian: Was? Nein. Das war's nicht, was ich gemeint habe. Nein.
## Römer tauchen auf und nehmen Brian fest ##
Zenturio: Dein Weg ist hier zu Ende, Freund und Kupferstecher. Wache!
Brian: Au, Ahh, Mmm!
## Judith schlägt den Zenturio ##
Zenturio: Lass das.
Brian: Ahh!
18. Szene:
Ort: Pilatus' Gemächer
Zeit:
Situation: Brian wird zu Pilatus geführt. Pilatus hält danach eine
Ansprache anlässlig seiner jährlichen Ansprache zur
Kreuzigungsveranstaltung.
Charakter: Brian, Pilatus, Zenturio, Wache, Schwanzus Longus, Volk
Pilatus: Nun, Prian, tu hast uns für unser Geld 'ne chöne Chow geliefert.
Brian: Eine was? Aua!
## Wache schlägt ihn ##
Pilatus: Aper Prian, gewiss wirst tu uns diesmal nicht entwichen. Wache.
Sind schon irgendwelche Kreuzigungen für heute angesetzt?
Wache: 139 Herr. Eine besondere Feierlichkeit: das Passafest.
Pilatus: Fein. Dann haben wir jetzt 140. Hübche runde Zahl, was Longus?
Longus: Ahmhmhmm.
## Zenturio kommt vom Balkon des Palastes ##
## herein ##
Zenturio: Heil Cäsar!
Pilatus: Heil!
Zenturio: Das Volk draußen wird unruhig, Herr. Ich bitte um die Erlaubnis,
es etwas zerstreuen zu dürfen.
Pilatus: Also pitte sehr. Aber was wird aus meiner Anchprache?
Zenturio: Ja also ihre ich aber...
Pilatus: Meine Anchprache ist immer ein Höhepunkt des Festes und mein
Freund Chwanzus Longus hat den weiten Weg aus Rom gemacht, um
sie zu hören.
## Longus erhebt sich und geht auf Pilatus ##
## zu ##
Zenturio: Heil Cäsar!
Longus: Heil Tzätzar!
Zenturio: Ihr könn...
## Zenturio ist verwundert über den Sprach- ##
## fehler Longus' ##
Zenturio: Ihr könntet nicht erwägen, sie dieses Jahr vielleicht auszulassen,
Herr?
Pilatus: äh. Die Anchprache?
Zenturio: Nunja. Es ist nur so, dass, äh, 'ne merkwürdige Stimmung
da
draussen...
Pilatus: Also weisst tu, mein pester. Ich bin überrascht, einen so chtäm-
migen Chwertträger wie tich vor dem Pöpel wanken zu sehen.
Zenturio: 'N bisschen gewittrig da draussen.
Pilatus: Führt ten Purchen ap.
Brian: Ich bin ein Römer! Ich kann es beweisen! Ganz ehrlich!
Pilatus: Nagelt ihn mir schön ans Kreuz! Longus.
Zenturio: Das, äh, das würde ich wirklich nicht.
Pilatus: Huch huch, hinfort!
Longus: Warte. Latzt mich mitkommen. Es itzt betztimmt tzer tzuträglich,
wenn ich dir tzur Tzeite schtehe, wenn es tzu einer Kritze kommt.
Zenturio: Nein.
19. Szene:
Ort: Headquarters der VVJ
Zeit:
Situation: Die VVJ bespricht Prinzipien ihrer Terrororganisation.
Charakter: Rech, Loretta, Francis, Judith
Rech: Also gut. Jetzt kommen wir zu Punkt vier: Erringung der Weltherr-
schaft innerhalb der nächsten fünf Jahre. Francis, hast du da was
ausgearbeitet?
Francis: Ja, danke, Rech. Ich will ganz offen sein, Geschwister: ich finde
fünf Jahre sehr optimistisch. Es sei denn, wir zerschmettern das
römische Imperium innerhalb der nächsten zwölf Monate.
Rech: Zwölf Monate?
Francis: Ja, zwölf Monate. Sein wir mal ehrlich: was Imperien angeht, ist
das ein ziemlich großes. Also sollten wir uns von unseren Ärschen
erheben und aufhören, wie Waschweiber darüber zu schwatzen.
Alle: Hört hört!
Loretta: Das ist richtig. Nur die Tat zählt und nicht Worte und was wir
jetzt brauchen sind Taten.
Alle: Hört hört!
Rech: Ihr habt recht. Wir können hier rumsitzen, den ganzen Tag reden
und pausenlos Resolutionen annehmen, kluge Ansprachen halten. Das
kratzt nicht EINEN römischen Soldaten.
Francis: Also lasst uns endlich damit aufhören darüber zu schwätzen.
Das ist
vollkommen sinnlos und führt uns nirgendwo hin.
Alle: Hört hört!
Rech: Einverstanden. Das ist absolut sinnlose Zeitverschwendung.
Judith: Sie haben Brian verhaftet!
Rech: Was?
Francis: Was?
Loretta: Was?
Judith: Sie haben ihn weggeschleppt. Ich hörte, dass er gekreuzigt wird!!
Rech: Männer! Das erfordert eine sofortige Diskussion.
Francis: Ja.
Judith: Waas?
Rech: Unverzüglich.
Francis: Richtig.
Loretta: Neuer Antrag?
Rech: Vollkommen neuer Antrag! äh, folgender, äh, Das, äh, das
muss so-
fort, äh, eine sofortige Aktion geben. ähmnö...
Loretta: WENN der Antrag angenommen wird.
Rech: Na, selbstverständlich wenn er angenommen ist. Man kann doch
nicht eine Resolution annehmen, wenn der Antrag abgelehnt ist.
Judith: Rech um Himmels Willen! Lass uns jetzt bitte gehen! Bitte jetzt
sofort!
Rech: Gut, gut, gut. Also im Licht einer völlig neuen Information von,
äh, Geschwister Judith, ähmn...
Loretta: Oh nicht so schnell, Rech.
Judith: Rech um Himmels Willen! Es ist eine ganz einfache Sache! Alles was
ihr tun müsst, ist durch diese Tür hinauszugehen und zwar jetzt und
zu versuchen die Römer daran zu hindern ihn zu kreuzigen! Es wird
passieren, Rech! Kannst Du nicht begreifen, dass es passieren wird,
Rech? Kannst Du das nicht begreifen? Ahh!
## Judith läuft wütend aus dem Haus ##
Alle: Uii!
Rech: Hallo! Ein kleiner Egotrip von den Feministinnen?
Loretta: Was?
Rech: Oh, entschuldige, Loretta. äh, würdest Du bitte noch mal wiederho-
len...
20. Szene:
Ort: Vorbereitungsräume zur Kreuzigung
Zeit:
Situation: Ein Zuweiser fertigt die Kreuzigungskandidaten ab und erklärt
ihnen die Gepflogenheiten.
Charakter: Zuweiser, zu Kreuzigende
Zuweiser: Der Nächste. Zur Kreuzigung?
Kandidat: Ja.
Zuweiser: Gut. Durch die Tür hinaus, zur linken Reihe, jeder nur ein Kreuz.
Der Nächste. Zur Kreuzigung?
Kandidat: Jahja.
Zuweiser: Gut. Durch die Tür hinaus, zur linken Reihe, jeder nur ein Kreuz.
Der Nächste. Zur Kreuzigung?
Kandidat: äh, nein. Freispruch!
Zuweiser: Hm? Was?
Kandidat: Sie haben mich freigesprochen. Sie sagten, ich hätte nichts ge-
tan, also könnte ich frei raus gehen und irgendwo auf 'ner Insel
leben.
Zuweiser: Oh. Das ist aber nett für Dich. Dann aber nichts wie ab.
Kandidat: Neinein. Ich hab sie verulkt. In Wirklichkeit ist es Kreuzigung.
Zuweiser: Ohh ... ich verstehe. Sehr gut, sehr gut. Nun, ähmn, zur Tür
hi-
naus...
Kandidat: Ja ich weiß bescheid...
Zuweiser: Ja.
Kandidat: ...zur Tür raus...
Zuweiser: Ja.
Kandidat: jeder nur ein Kreuz linke Reihe anstellen.
Zuweiser: Sehr richtig, ja. Links anstellen. Gut. Zur Kreuzigung?
Kandidat: Jawohl.
Zuweiser: Gut...
21. Szene:
Ort: Balkon von Pilatus' Palast
Zeit:
Situation: Pilatus hält eine Rede zu seinem Volk.
Charakter: Pilatus, Schwanzus Longus, Zenturio, Volk
Pilatus: Liepes Volk von Jerusalem. Rom ist euer Pruter!
Menge: Huahuahua hahaa!
Pilatus: Zum Peweiss unserer Freundchaft ist es Sitte in unserer Zeit, ei-
nem verurteilten üpeltäter die Freiheit zu chenken.
Menge: (prust! lach!)
Pilatus: Weeem würdet ihr mich pitten, die Freiheit zu chenken?
Mann: Lasst Schmul Schubiak frei!
Menge: Jaa! Lasst Schmul Schubiak frei! Lasst Schmul frei! Huahuahua!
Pilatus: Sei's drum. Ich werde also Chmul die Freiheit chenken!
Menge: (gröhl)
Zenturio: Herr?
Pilatus: Hmm?
Zenturio: Wir haben keinen Chmul, Herr.
Pilatus: Was?
Zenturio: Wir haben keinen Mann dieses Namens, Herr.
Pilatus: ähmn. Wir haben hier keinen Chmul, Leute!
Menge: Ohhh!
Mann: Wie wär's dann mit dem chönen Pernhart?
Menge: Lasst den schönen Bernhard frei! Hahahaa!
Pilatus: Zenturio? Wieso wirt hier so alpern kekichert?
Zenturio: äh, das ist nur, öhmn, sie sind ausgelassen!
Pilatus: Hm. Könnte es sein dass, mn, sie Chapernack treiben?
Zenturio: Och, Oh nein, Herr!
Menge: Prnchmhmm!
Pilatus: Also chön dann, dann lass ich ihn frei! Pernhard den chönen!
Zenturio: Herr, einen chönen Pernhart ham wir auch nicht!
Pilatus: Häch! Keinen Chmul und keinen Pernhart?
Zenturio: Tut mir leid Herr!
Pilatus: Wäär ist dieser Chmul? Wer ist dieser chöne Pernhart,
den du
nanntest?
Mann: Er ist ein Verprecher! Huahuahuaaa!
Menge: (gröhl, lach)
Pilatus: Ein Taketieb?
Menge: (gröööhl)
Pilatus: Ein Verkewaltiker?
Menge: Hahahaaa!
Pilatus: Ein Notorischer Verprecher?
Zenturio: Den ham wir aber nicht, Herr!
Pilatus: Wir cheinen überhaupt niemandem mehr in unserem Kerker zu haben.
Zenturio: Oh doch Herr! Wir haben einen Samson.
Pilatus: Samson?
Zenturio: Samson, der Saluzäische Ochse, Herr. äh, Silas, der Syrische
Sit-
tenstrolch, äh, diverse subversive Schriftgelehrte aus Cäsaräa,
und äh, 76...
Longus: Latz mich tzu ihnen schprechen!
## Longus reisst Zenturio die Kandidatenliste ##
## aus der Hand und tritt vor ##
Zenturio: Oh NEIN! Bloss nicht!
Pilatus: Ja, ja, sehr chön! Guter Gedanke, Chwanzius!
Longus: Tzuhörn, Tzuhörn! Wir haben einen Tzamtzon, den Tzalutzäischen
Ochtzen, Tzilas den Tzyrische Tzittentzrolch...
Menge: Hihi huahuahuahahaa!
Longus: ...divertze Tzubvertzive Schriftgelehrte autz, äh, Tzätzaräa
Szene 20.1: Ort: Vorbereitungsräume zur Kreuzigung
Zeit:
Situation: siehe Szene 20
Charakter: Zuweiser, Brian, Wärter 1, Wärter 2, Legionär
Zuweiser: Der Nächste! Zur Kreuzigung?
Brian: Ja.
Zuweiser: Gut. Zur Tür hinaus, linke Reihe anstellen, jeder nur ein Kreuz!
Wärter?
Brian: Entschuldigen sie bitte, hier liegt ein kleiner Irrtum vor.
Zuweiser: Einen Moment mal bitte, ja? Wärter? Wieviele haben wir jetzt
durch?
Wärter 1: Was?
Zuweiser: äh, wieviele jetzt durchgekommen sind.
Wärter 1: Was?
Wärter 2: äh, sssie ssie sie äh mn ssie äh mmmüssen
bbbbb bbbischen lll
bbischen lllauter sprechen, Herr. Er ist tt tttt...
Zuweiser: Ahh?
Wärter 2: ..taub wwie wie ein Pfpffpfapfosten, Herr!
Zuweiser: äh, wieviele sind bis jetzt durchgekommen?
Wärter 1: Hähähä!!
Wärter 2: Ich habe mal nachgeth...
Zuweiser: Ja?
Wärter 2: ...nachgeth Neundunsäthhh
Zuweiser: Ja?
Wärter 2: 69, Herr.
Zuweiser: Ja. Es ist eine so sinnlose Vergeudung von menschlichem Leben.
Wärter 2: N n n nein Herr. Nenenenicht bbbbei diesen bbbbBastarden, Herr.
KKKKKroKraiKKK Krakreuzigung ist zu gut für die, Herr.
Zuweiser: Ich glaube, zu gut kann man wohl nicht sagen. Es ist sehr uner-
freulich.
Wärter 2: Oh es ist nicht so so unnnnnnnenooo unerfreulich wie manches
was
ich mir schon ausgedacht hab, Herr.
Zuweiser: Tja, äh, also dann... Kreuzigung?
Brian: Ist hier jemand mit dem ich sprechen kann?
Zuweiser: Nun, ähm...
Wärter 1: Ich weiß wo man es kriegen kann, wenn Sie es haben wollen.
Zuweiser: Was?
Wärter 2: Sie ddddder is tää tää, er ist tää,
tää tau taub und vverrückt,
Herr!
Zuweiser: Wie hat er dann diesen Job bekommen?
Wärter 1: Verdammter Liebling von Pilatus!
Kandidat: Nun mal vorwärts, Rübennase! Hier draußen warten 'ne
Menge Leute
auf deine Kreuzigung! Hähähäähä!
Brian: Könnte ich wohl mit einem Anwalt sprechen?
Zuweiser: ähm, hast du einen Anwalt?
Brian: Nein, aber ich bin Römer.
Kandidat: Wie wär's mit einem Wiederaufnahmeverfahren! Wir haben viel Zeit!
Römer: Halt die Klappe!
Kandidat: Verdammt dämlich, diese Römer! Haben keinen Sinn für
Humor! Haha!
Ohh! (Grr)
Zuweiser: Es tut mir leid. Ich hab's eilig. Könntest du wohl jetzt rausge-
hen? Linke Reihe anstellen, nur ein Kreuz für jeden.
Szene 21.1: Ort: Balkon von Pilatus' Palast
Zeit:
Situation: siehe Szene 21
Charakter: Pilatus, Schwanzus Longus, Volk
Menge: Huahuahua!
Longus: Tzollte datz mit dem tzutzammenhängen, watz ich tzagte?
Pilatus: Ruhe! Tieser Mann hier pefehligt eine chtolze Legion!
Menge: (gröhl)
Pilatus: Er ist ein peliebter Redner und chöngeist!
Szene 22: Ort: Kandidatenaufstellungsplatz
Zeit:
Situation: Die Kreuzigungskandidaten stehen mit einem Kreuz auf
der Schulter hintereinander in Zweier-Reihen.
Charakter: Zuweiser, Zenturio, Brian, zu Kreuzigende, Jesus,
Samariter, kleines graüs Männchen, Streithals
Zuweiser: (Räusper) Kreuzigungsgruppe! Guten Morgen. Also, wir wollen ein
netter Anblick sein, wenn wir jetzt durch die Stadt gehen. Also
lasst euch nicht so hängen, Jungs. Haltet eine hübsche gerade Li-
nie ein. Drei Längen zwischen euch und dem Mann vor euch. Und ei-
ne gleichmäßige Geschwindigkeit. Kreuze über eure linke Schulter.
Und wenn ihr den Rücken immer schön gegen den Qürbalken drückt,
dann seid ihr im Handumdrehen da. Hmm? Zenturio...
Zenturio: Kreuzigungsgruppää! Heh! Moment da vorne! Kreuzigungsgruppe!
Auf
die Plätze fertig, LOS!
Mann: Ihr glücklichen Bastarde! Ihr glücklichen, verdammten Bastarde!
Samariter: Lass mich bitte deine Last tragen!
Jesus: Hä? Ou! Danke sehr!
Samariter: Ah, ah! Hehee! Heee!
Römer: Du, da? Was glaubst du, was du da machst?
Samariter: ähäh, mn. Dadas ist nicht mein Kreuz!
Römer: Halt die Klappe, und mach, dass du weiter kommst!
Streithals: Haha! Hähähähä! Der hat dich ganz schön
aufs Kreuz gelegt! Hä?
Wird dir in Zukunft ne Lehre sein. Hoho!
Szene 21.2: Ort: Balkon von Pilatus' Palast
Zeit:
Situation: siehe Szene 21
Charakter: Pilatus, Schwanzus Longus, Judith, Volk, Zenturio
Pilatus: Also gut. ich gepe euch noch einmal eine Chance. Tiesmal will
ich nichts hören von einem Poris, nichts von einem Penjamin
und nichts von Pären, Poren, Pill oter Paltasar!
Longus: Und keine Tzpentzer Träitzietz!
Pilatus: Oder wir werden niemant freilassen!
## Judith quält sich durch die Menge vor ##
Judith: Lasst Brian frei!
Mann: Oh ja. Der ist gut. Lasst Brian frei!
Menge: Lasst Brian frei! Ahhahaa!
Pilatus: Also, wie ihr wollt. Das war's!
Zenturio: Herr, wir haben, äh, wir haben einen Brian, Herr.
Pilatus: Was?
Zenturio: Nun, sie haben ihn gerade zur Kreuzigung geschickt.
Pilatus: Mnä! Wartet wartet, es cheint wir haben einen Prian! Nun pringt
ihn zurück!
Zenturio: Bringt ihn zurück!
Pilatus: Jawohl. Sofort!
Nun gut, also. Es gechehe. Ich peknadige Prian!
Szene 23: Ort: Weg zum Kreuzigungshügel
Zeit:
Situation: Die zu Kreuzigenden gehen den Weg zum Kreuzigungshügel
Charakter: Legionär, Streithals
Römer: Los da, beweg dich, Mann!
Streithals: Oder was?
Römer: Oder du bekommst ärger!
Streithals: Ou! Meine Güte. Da müsste ich wohl darauf verzichten,
Nachmit-
tags gekreuzig zu werden. Oder was?
Römer: Halt die Klappe!
Streithals: Das wäre aber ein verdammter Schlag. Dann wäre ich auf
einmal
ohne Beschäftigung.
Römer: (Zack)
Streithals: Oh. Danke sehr.
Szene 24: Ort: Kreuzigungshügel
Zeit:
Situation: Brian wird gekreuzigt.
Charakter: Zuweiser, Zenturio, Wärter 1+2, VVJ, Legionär, zu
Kreuzigende, Samariter, Brian, Judäische Volksfront,
Brians Mutter, Rübennase
Zenturio: Sind sie weg?
Wärter 1: Wir haben noch haufenweise davon, hinten im Hauus!
Zenturio: Was?
Wärter 2: Ou! Kkkümmern sie sich nicht um den, Herr, er ist Ve, er
ist ve,
er ist ve er ist mm ve, er ist ve, er ist mmm, er ist verrückt,
Herr.
Zenturio: Sind sie schon weg??? Weg?
Wärter 2: Ou, ja. Mmmmmmnää, nää, nää, lää,
lä lä lä, läää...
Zenturio: Ach verdammt noch mal.
Wärter: Ja, Herr.
Na ja, also wo waren wir grad stehengeblieben?
Wärter 1: Na, ich bin da vorbeigekommen und dann habe ich gesagt...
## in den Headquarters der VVJ ##
Rech: Gut. Das war die Abstimmung über die Zustimmung. Angenommen mit
einer Enthaltung. Ich darf nun vorschlagen, dass wir ohne weite-
res Theater abhauen. Darf ich um Unterstützung bitten?
Francis: Gehen wir also.
Rech: Ja.
## Zenturio und einige Römer suchen Brian ##
## und kommen an einem Markt vorbei ##
Zenturio: Platz da! Platz da ! Platz da! Platz da!
Mann: Verdammte Besatzer!
Zenturio: Vorsicht! Wir haben noch 'n paar Kreuze übrig!
## auf dem Kreuzigungshügel ##
Römer: Ab nach oben mit dir, Rübennase!
Rübennase: Dafür wirst du noch von mir hören, du verdammter Mistkerl!
Römer: Ach, wirklich?
Rübennase: Oh ja. Keine Sorge. Ich vergesse niemals ein Gesicht!
Römer: Aha!
Rübennase: Ich warne dich, ich verpass dir eins auf deine dreckige römi-
sche Nase, du Stinktier!
Römer: Wart's ab, wer hier bald stinken wird, Jude!
Rübennase: Wie kommst du Arsch auf Jude? Ich bin kein Jude! Ich bin Samari-
ter!
Jude: Ein Samariter? Man versprach uns eine rein jüdische Kreuzigung!
Römer: Ist mir doch Scheißegal! Ihr krepiert sowieso in ein oder
zwei
Tagen!
Jude: Das mag dir vielleicht egal sein, aber uns ist es gewiss nicht
egal, nicht wahr, Liebling?
Jüdin: Na abär!
Jude: Nach den Statuten des römischen Besatzungsrechts haben wir ein
Recht darauf, nach Stämmen geordnet gekreuzigt zu werden.
Pharisäer getrennt von Saluzäern, Saluzäer getrennt von Juden,
Samariter getrennt von Ammonitern!
Römer: Is ja gut, is ja gut, is ja gut! Das kriegen wir alles schon in
Ordnung! Also. Alle heben die Hand hoch, die nicht HIER gekreu-
zigt werden wollen. ... Gut. Der Nächste!
Samariter: Ach hören sie doch bitte, das ist nicht mein Kreuz!
Römer: Waas?
Samariter: Hören sie, guter Mann. Es ist wirklich nicht mein Kreuz. Ich
ha-
be es nur kurz für jemanden...
Römer: Leg dich hin! Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit!
Samariter: Nein, natürlich nicht. Hören sie, ich hasse es...
Römer: Hören sie. Es war wirklich viel los heute und wir müssen
noch
140 von euch hochkriegen.
Jude: Von welchem Stamm ist der?
Römer: Wirst du wohl mal ruhig sein?
Jude: Wir wollen keine weiteren Samariter hier in dieser Ecke!
Römer: Hoch mit ihm!
Samariter: Lasst ihr mich wieder runter falls der Besitzer zurückkommen
sollte?
Römer: Jaja, dann lassen wir dich wieder runter. Der nächste!
Brian: Ihr wisst, ihr müsst das nicht tun. Ihr braucht euch nichts be-
fehlen zu lassen!
Römer: Ich LIEBE Befehle!
Streithals: Weißt du, halb so wild wenn man oben
ist. Du wirst doch wohl
noch gerettet?
Brian: Dazu ist es jetzt wohl zu spät, nicht war?
Streithals: Oh, neinnein. Wir verbringen ein paar Tage hier oben. 'ne Men-
ge Zeit. 'n Haufen Leute werden gerettet weißt du?
Brian: Hä?
Streithals: Oh ja. Mein Bruder rettet mich für gewöhnlich. Falls ihn
seine
Frau mal für 20 Minuten weglässt tä!
Brian: So?
Streithals: 'N völlig hemmungsloser Kerl. Rauf und runter, wie das assyri-
sche Imperium.
Häähähää! Hallo.
## in der Ferne naht die VVJ ##
Streithals: Ist deine Familie da im Anmarsch?
Brian: Rech!
Rech: Hallo, Geschwister Brian!
Brian: Gottseidank dass ihr gekommen seid, Rech.
Rech: ähh, nunja, ich glaub ich sollte dich erstmal fairerweise da-
rauf hinweisen, dass wir nicht das Rettungskommittee sind.
Wie auch immer. Man hat mich gebeten, namens der Bewegung fol-
gende vorbereitete Erklärung zu verlesen:
"Wir die Volksfront von Judäa (offizielle)
wollen hiermit Dir,
Brian, unsere Aufrichtigen brüderlichen und schwesterlichen
Grüße übermitteln, anlässlig Deines hier stattfindenden
Marty-
riums..."
Brian: Waaas?
Rech: "...Dein Tod wird dastehen als ein Markstein
in unserem fort-
gesetzten Ringen, das Vaterland zu befreien, aus den Mörderi-
schen Krallen der römisch-imperialistischen Agressoren, aus-
schließlich jene, die befasst sind mit Entwässerung, Medizin,
Straßenbau, Wohnungsbau, Weinanbau und sonstigen römischen Bei-
trägen zum Wohlergehen der Freiheitsgläubigen und zwar beider-
lei Geschlechts und Hermaphroditen.
gez. im Namen der VVJ"
Et cetera. Und ich möchte noch ein persönliches
Wort hinzufügen
betreffs meiner Bewunderung für das, was du für uns tust, Brian.
Ich meine davon ausgehend, dass es immerhin eine recht schwere
Zeit für dich sein muss.
Brian: Rech! Was soll das?, Holt mich runter!
Rech: Leb wohl Brian und danke!
Francis: Also Tschüss, Brian und weiter so, Junge.
Loretta: Tolle Arbeit, Brian.
## Die VVJ geht weg. Etwas entfernt beraten ##
## sie leise etwas ##
VVJ: (murmel)
Rech: Bin dafür...
Gut. Uuund... "For he's a jolly good fellow,
For he's a jolly good fellow,
For he's a jolly good fehellow,
And so say all of us!"
Loretta: "And so say all of u..." äh.
Alle: (klatsch)
Brian: Ihr Mistkerle!
## Zenturio kommt am Kreuzigungshügeln an ##
## und sucht immernoch Brian ##
Zenturio: Wo ist Brian von Nazareth?
Brian: Ihr Scheinheilige Bande!
Zenturio: Ich habe Befehl in frei zu lassen!
Brian: Ihr dummen Schweinekerle!
Streithals: äh, Ich bin Brian von Nazareth!
Zenturio: Was?
Streithals: Ja, äh, Ich bin Brian von Nazareth.
Zenturio: Nehmt ihn ab!
Brian: ICH bin Brian von Nazareth!
Menge: Und ich bin Brian! ... Ich bin Brian! ... Nein, ich bin Brian!
Ich bin Brian! ... Ich bin Brian und meine Frau ist auch Brian!
Ich bin Brian! ... Ich bin Brian!
Zenturio: Gut. Nehmt ihn ab und lasst ihn frei!
Streithals: Neinein. Das war nur 'n Witz! Ich bin nicht wirklich Brian!
Ich bin nicht Brian! He, lasst mich doch. Nein! Ich nehm euch
nur auf'n Arm, Jungs! Das ist 'n Witz. Ich bin nicht Brian!
Ich hab nur 'n Jux gemacht. Kommt. Bringt mich wieder rauf.
Ach, diese blöden Römer können keinen Scherz verstehen.
## in der Ferne naht die Judäische Volks- ##
## front ##
Römer: Ahh! Die Judäische Volksfront!
Römer: Die Judäische Volksfront!
Alle Römer: Joaaa!
Römer: Die Judäische Volksfront!
## die Römer fliehen ##
Alle: (gröhl durcheinander)
JVF: Wir sind die Judäische Volksfront! Fliegendes Suizid Kommando!
Einsatzkommando! Achtung!
## alle Mitglieder der JVF begehen vor ##
## Brians Kreuz Selbstmord ##
JVF: ... Ahhh ...
Jetzt haben wir's ihnen gezeigt!
Brian: Ihr idiotischen Saukerle!
## Judith naht ##
Judith: Brian! Brian! Brian! Brian!
Brian: Judith!
Judith: Wundervoll! Großartig! Rech hat mir alles erklärt und ich
finde
es toll, was du tust! Danke sehr, Brian! Ich, ich werde dich
niemals vergessen.
## Brians Mutter taucht auf ##
Mutter: So! Da steckst Du also! Na, das hätte ich mir ja denken können,
dass es mal so endet.
Brian: Mama.
Mutte: Wenn ich an all' die Liebe und Zuneigung denke, die ich ver-
schwendet habe. Nun, wenn es DAS ist, wie du deine arme alte
Mutter behandelst, im Herbst ihres Lebens, nun dann kann ich
nur sagen: nur zu. Lass dich kreuzigen Herbst ihres Lebens, nun
dann kann ich nur sagen: nur zu. Lass dich kreuzigen. Wirst
schon sehen ob es mir was ausmacht!
Brian: Mama!
Kandidat: Kopfhoch, Brian! Du weißt doch wie
es heißt. Ja. Es gibt Dinge
im Leben, die sind nun mal nicht schön. Und das kann einen wirk-
lich manchmal verrückt machen. Und dann passieren wieder Dinge,
da schwörst und fluchst du nur. Und wenn du nun am Knorpel des
Lebens rumkaust, sei nicht saür deswegen. Nein. Pfeiff dir
doch eins. Denn pfeiffen hilft dir, die Dinge auf einmal ganz
anders zu sehen. Verstehst du? Uuund...
"Always look on the bright side of life!
Always look on the light side of life!
If life seems jolly rotten, there's something you forgotten
And that's to dance 'n smile 'n dance 'n sing!
When you failin' in a dumps, damn this silly champs
Just purse your lips and whistle, that's the thing!
And Always look on the bright side of life
Always look on the right side of life
For life is quite absurd
And death's the final word
You must always face the curtain with a bear
Forget by your sin
Give the audiance a grin
Enjoy. It's a life chance in the air!
So always look on the bright side of death
Just before you draw your terminal breath
Life's a piece of shit
When you look at it
Life's a love, a desert, junk, it's trü.
You see it's all a show
Keep 'em laugh and as you go
Just remember that the last laugh is on you
And always look on the bright side of life
Always look on the bright side of life
Always look on the bright side of life (Come on, Brian! Cheer up!)
Always look on the bright side of life"
Das macht doch alles wesentlich einfacher, findest
du nicht?
Ich meine, was hast du schon zu verlieren? Du weißt, du kommst
aus dem Nichts und du gehst wieder ins Nichts zurück. Was hast
du also verloren? NICHTS! Wir sind aus dem Nichts gekommen und
nichts ist nichts. Du weißt ja bescheid. Kopf hoch, alles halb
so wild. Komm. Wir wollen jetzt abhauen! Tja. Das wär's. Siehst
Du? Ende der Fahnenstange. Ach übrigens. Diese Platte gibt's zu
kaufen. Sonja hat das Titellied gesungen, weißt du? Werdet ihr
eigentlich für den Quatsch hier bezahlt? Damit macht ihr doch
keine müde Mark! Also ich habe zu denen gesagt, ich habe ge-
sagt: "Monty," habe ich gesagt, "mit dem Ding macht ihr nicht
eine müde Mark!