Als langjährig verheirateter Gatte einer wirklich netten
und umgänglichen Frau, die selbst mich mit einem gewissen Gleichmut erträgt
;-),will ich doch mal die letzten Zufluchtstätten der deutschen Ehemänner
aufzählen. Niemand wird wohl bezweifeln das jeder Mensch, ergo auch jede
Frau, immer noch einen Bereich braucht indem er ganz selbst sein kann. Die
Ehepartner können sich noch so gut verstehen und harmonieren, trotzdem
brauchen beide einen Freiraum der voneinander getrennt ist, da nur auch mit
einer gewissen Distanz die Nähe nicht erdrückend auf beide wirkt.
Nun gibt es selbstverständlich verschiedene Charaktere
von Männern die auch auf unterschiedliche Art und Weise sich ihre Freiräume
gestalten. Ich werde also die Männer in Schubladen pressen und erhebe
auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Hier darf also gerne noch dran
weitergesponnen werden. :-)
1. Die Duckmäuser
Die Duckmäuser sind die wohl am häufigsten vorkommende Gruppe. Der
Satz "Ja, Schatz" ist ihnen genau bekannt, und in Fleisch und Blut
übergegangen, wie der Umgang mit Wischtuch und Staubsauger. Aber diese
Gruppe von Männern ist im Erfinden von Ausreden wohl das kreativste was
unser Planet jemals hervorgebracht hat. Sei es nun die Behauptung "Schatz,
ich muss aber zur Präsentation des neuen Waschmittels. Schließlich
kann Lochfraß der Tod unserer Waschmaschine sein. Und wenn ich eine
neue Waschmaschine kaufen muss, habe ich doch kein Geld mehr um dir ............
zu kaufen".
Wer nun denkt das mit dieser "Lüge" der Gatte
frohgelaunt das Haus verlässt um irgendwo seine unbewachte Freizeit zu
genießen, der täuscht sich. Oh nein. Diese Männer sind dann
auch wirklich auf dieser bewussten Präsentation zu finden. Sie schöpfen
alleine schon Kraft durch die Tatsache das sie unbeobachtet und alleine irgendwo
auftauchen können wo sie nicht dauernd angewiesen werden gerade zu sitzen
und nicht in der Nase zu bohren. Ist es nicht schön sich so genügsam
ablenken zu können? Wenn sie also demnächst irgendwo jemanden ganz
alleine auf einer Führung durch eine Museum (uninteressiert mitschlurfend
und in der Nase bohrend) oder auf einem Tupperware-Festival sehen, dann freuen
sie sich mit ihm. Er tankt gerade auf billige Art und Weise Ruhe und Erholung.
Wenn sie Glück haben sehen sie vielleicht noch wie seine Frau ihn abholt.
Denn er kann sich immer noch schlecht von diesen Örtlichkeiten trennen
und ist meist der letzte der geht.
2. Die Müslifresser
"Da müssen wir aber drüber reden" ist immer wieder der
Start und das Zeichen für eine aufmerksame Gattin ihrem Mann schnellstmöglich
eine andere Aufgabe zu geben. Es ist nun mal der absolut sicherste Weg eine
Ehe zu einem Martyrium zu machen, wenn man sich mit einer Schüssel Quark
und Haferflocken, in Sandalen zusammensetzt um darüber zu reden ob Cornflakes
wirklich von glücklichen Feldern geerntet werden. Diese Leute finden
einfach nicht den Weg aus ihrer Studentenzeit, wo sie in WG's gewohnt und
Patchwork als Form des Protestes gegen Schlipse und Autos mit mehr als 40
PS studiert haben. Heute sind sie zwar Beamtet oder zumindest Angestellter
aber den trotzigen Wiederstandswillen haben sie noch nicht abgelegt.
Diese Leute findet man meist in Gruppen in Parks, Dosenbier
und Lagerfeuer sind immer schnell organisiert, oder in der Mensa (nicht alle
die dort herumlungern sind noch Studenten). Dort können sie stundenlang
diskutieren. Nur niemals sieht man ihre Frauen dabei. Man würde sie auch
nicht erkennen, da ihre Frauen meist das genaue Gegenteil sind und mit beiden
Füßen fest auf dem Boden der Tatsachen stehen. Und so sind die
Müslifresser auch die einzige Gruppe, welche die Chance und die Möglichkeit
haben sich sogar in der heimischen Wohnung, innerhalb von nur ein paar Minuten,
ihren Freiraum zu schaffen. Sie setzen sich einfach im Lotussitz auf ihre
selbstgehäkelte Decke, müffeln dabei ihren Corny-Riegel und träumen
dabei davon das der grüne Punkt ihres Kamasutraeinbands nicht schneller
verrottet als sie selbst.
3. Die Allesfresser
Tja nun kommt einer meiner Lieblingsgruppen. Die Allesfresser sind meist leicht
zu erkennen an ihrem ewig hungrigem Blick, der stattlichen Körpermaße,
der andauernden Bewegung der Hände (immer bereit was essbares zu greifen)
und der, nur schwer zu unterdrückenden, zwanghaften Kaubewegung des Mundes.
Meist haben diese Männer eine zierliche (in Vergleich zu ihm) Frau die
aber ein enormes Stehvermögen aufweisen können. (Was nicht unbedingt
auf den Kampf am Frühstücksbüffel zurückzuführen
ist).
Diese Männer haben es aufgrund ihrer Statur naturgemäß
etwas schwieriger sich etwas Freiraum für sich zu ergattern. Drum nehmen
sie sich ihre "Pausen" in kleinen, aber häufigen, Happen. Wobei
Happen hier mal wörtlich genommen werden darf. Die Anzahl der "Trostspender,
die ein Allesfresser, aus den weiten Räumen seiner Bekleidung hervorkramen
kann, grenzt schon an Magie. Ausgeglichen und ruhig (bis phlegmatisch) sind
die Männer durch nichts zu erschüttern, es sei den Essensvorräte
und Snacks unterschreiten seine persönliche Mindestreserve. Er ist sehr
gesellig, aber kann sich auch ganz alleine stundenlang beschäftigen indem
er sich vor den Kühlschrank setzt und dabei die neuesten Rezepte aus
dem Radio mitschreibt.
4. Die Vereinsmeier
"Alle Neune" ist der allgemeine Schlachtruf der Vereinsmeier. Keine
andere Gruppe ist so verlässlich und unbeirrbar was den Zeitpunkt und
die Regelmäßigkeit ihrer Treffen angeht. Es ist fast unmöglich
einen Vereinsmeier davon abzubringen einen dieser "Abende" zu versäumen.
Selbst wenn alle anderen in Urlaub sind (was so gut wie unmöglich ist
da der Urlaub immer um den Vereinstermin herum gelegt wird) findet man den
Vereinsmeier doch am üblichen Abend in der Örtlichkeit wo er sich
sonst auch immer mit seinen "Genossen" trifft. (Wahrscheinlich weiß
die holde Gattin unseres Freundes gar nichts davon wenn mal so ein Abend NICHT
stattfindet). Er simuliert dann einfach ganz alleine den Verein oder versucht
durch intensives Thekenlabern neue Mitglieder zu finden b.z.w. den Gegenüber
von dem Sinn und Zweck des Vereins zu überzeugen.
Ich weiß zwar nicht wie man sich erholen soll wenn der
Ablauf eines Vereinstreffens immer gleich ist, und auch immer mit dem selben
Promillegehalt endet, aber das kann einen richtigen Überzeugungsklüngeler
nicht abschrecken. Aber vielleicht ist ja auch der alljährliche Vereinsausflug
[ NEID ;-) ] der Grund alle Unbillen auf sich zu nehmen? Den erst dort kann
jeder sehen was es für Auswüchse geben kann wenn Leute zu lange
brav waren. Die Ausflüge haben traditionell den härtesten Anspruch
an Trinkfestigkeit, Standvermögen und Moralverfall. Nirgendwo sonst kann
man beobachten wie liebende Familienväter und kreuzbrave Konservativprediger
sich für ein Wochenende in altgermanische Boten der Wollust und Völlerei
verwandeln.
(Ich glaube ich fahr doch mal mit)
5. Die Schrebergärtner und Camper
Noch eine trinkfeste Spezies Mann. Diese Männer haben wohl die perfekteste
Methode entwickelt sich selbst abzulenken. Sei es nun in ihrem Urlaub oder
nur in ihrer sonstigen Freizeit. Sie leben nach dem Motto "Schatz das
MUSS aber gemacht werden! Und was zu tun gibt es immer. Sei es nun das
Ausrichten der Gartenzwerge oder das durchkämmen des Rasens nach Halmen
die einen Knick haben. Diese Männer machen einfach alle perfekt. Sie
leben in Harmonie mit Wasserwaage und Lot.
Alles, aber einfach auch alles, hat seinen festen Platz, und
jede Veränderung in der Symmetrie ihres Gartens oder ihrer Campingparzelle
lässt Blutdruck und Bierkonsum in die Höhe schnellen. Zu Hause hängen
sie noch nicht mal neues Toilettenpapier auf, aber in ihrem Freizeitbereich
wird jeder Nagel geplant und eingeweiht (quasi Richtfest). Das geht soweit
das man schon welche gesehen hat welche den Heringen ihres Vorzeltes (jedem
einzelnem) ein Fundament gegossen haben. Aber in großen und ganzen kann
man diese Männer nur bewundern. Den ihre Methode ist wirklich perfekt
und sie schlagen damit ja auch ein paar Fliegen auf einmal. Ad eins haben
sie eine Fluchtburg wenn ihre Gattin mal nicht mitfährt. Ad zwei, selbst
wenn ihre Frau mitfährt haben sie SIE den ganzen Tag damit beschäftigt
den Haushalt (der ja dann nur irgendwo anders ist) zu erledigen. Und ad drei
haben sie ihren Frauen das Gefühl vermittelt das sie ihn den ganzen Tag
unter Kontrolle haben. He He welch ein Trugschluss. Es gibt immer etwas das
man vergessen hat und was noch geholt werden muss oder was der Nachbar hat.
Die Ausreden wachsen quasi von selbst nach.
6. Die Workaholics
Die Workaholics sind den Campern ähnlich. Auch sie versuchen sich (mehr
oder weniger erfolgreich) vor dem jederzeitigen Zugriff durch ihre Gattin
zu schützen. Aber sie haben sich den unbequemsten und ungesündesten
Weg dazu ausgesucht. Es zeugt natürlich auch von einer ziemlichen Einfallslosen
Phantasie sich die Arbeit als Hobby zu suchen. Nicht nur das dieser Weg der
Zerstreuung ziemlich beschwerlich ist, so ist damit auch die Gefahr verbunden
das die Gattin den Spieß rumdreht und mit ihren Mann lieber nur noch
mit dem Telefon verkehrt. Den Workaholics die schon länger auf diesem
"Trip" sind ist es aber nachher so auch lieber. [Aber Männer's
vergesst nicht das man den Frauen mit den ehelichen Pflichten so einiges zurückzahlen
kann ;-) ]
Am Anfang dieser "Sucht" kann es natürlich sehr
erregend sein einen vollbepackten Schreibtisch zu beharken, aber es gibt nun
mal mehr Akten als Potenz. IHR KÖNNT GAR NICHT GEWINNEN!!! Und sobald
die Workaholics das merken ist der Weg zum Pyromanen nicht mehr weit. Außerdem
ist die Kraft die solche Männer aus ihrem "Hobby" schöpfen
ziemlich schnell erschöpft. Es bringt nämlich nicht viel Energie
einen Bleistiftanspitzer bis zur Bewusstlosigkeit zu malträtieren. Auch
eine Dauerkopier-session ist an Ausbeute nicht gerade das Gelbe vom Ei. Aber
der größte Schwachpunkt bei der ganzen Sache ist, das sobald der
Mann eine Frau als Vorgesetzte bekommt, sein ganzer Traum vorbei ist. Da er
Auseinandersetzungen mit Frauen nun mal mehr scheut als das stundenlange zuschlagen
von Drehtüren (oder den Sommerschlussverkauf) wird sein Selbstbewusstsein
zerrieben wie getrocknete Krümelkacke vom Wind.
7. Die Computersüchtigen
Aha die Computersüchtigen. Das ist nun die Gruppe von Männern die
den Umgang mit Frauen entweder noch nicht angefangen haben oder die ihn schon
wieder aufgegeben haben. Als die jüngeren, welche den Umgang mit Frauen
noch nicht angefangen haben, lieben sie das spielen mit dem Maschinchen weil
sie denken das der Umgang mit der Kiste ähnlich dem Umgang mit Frauen
ist. Der richtige Befehl zur richtigen Zeit und schon hat man das Ergebnis
seiner Wahl. Jeder Befehl wird sofort ausgeführt und klaglos sieht die
Kiste über jeden dummen Befehl hinweg.
B L Ö D S I N N !!!!! Der allergravierenste Unterschied
zwischen Computern und Frauen besteht darin das Computer Befehle verstehen
und annehmen. Frauen hingegen reagieren ausgesprochen "unwirsch"
auf den Versuch einen Befehl an sie zu "adressieren".(Ich glaube
weil sie ihn nicht verstehen) Also ich für meine Person hacke lieber
den größten Mist in meinen Computer als das ich es wagen würde
meiner Frau einen Satz mit Ausrufezeichen zu sagen. (Fragezeichen dagegen
kommen immer gut). Aber die jüngeren Computersüchtigen lernen sehr
schnell das der Computer so oft abstürzen kann wie er will. Er hat halt
den unschätzbaren Vorteil des "Power Off"-Schalters. Nun, und
die älteren, welche den Umgang mit Frauen schon wieder aufgegeben haben,
schätzen den Computer eben genau wegen der Eigenschaften die einen Computer
von einer Frau unterscheiden. Da wäre an erster Stelle der abstellbare
Sound. (Ich kenne welche die sich sogar standhaft weigern eine Soundkarte
einzubauen. Selbst den Speaker haben die abgeklemmt).
Des weiteren ist die Fähigkeit des Computers nicht Eifersüchtig
zu reagieren, wenn man sich ein paar Gif's aus der ICE (Hallo Hotshot) downloadet,
auch ein Argument für den Computer. Der Computer ist und bleibt solange
der Freund eines jeden Mannes wie es keinen Computer gibt der eine Fingernagelfreundliche
Tastatur hat. Im Gegenteil. Die Tasten müssten noch enger beieinander
stehen. (He He) Natürlich wird es sich erst noch zeigen müssen ob
der Computer auch in Zukunft eine Überlebenschance hat. Sobald die Frauen
merken das es etwas gibt, das noch bereitwilliger, ohne Murren und zagen und
ohne Pausen knechtet wird der Computer wohl von den Frauen annektiert und
es werden so Computerprogramme wie "Berechnen des Ei-sprungs, Alle
Cajal-Stifte dieser Welt, Traumschiff interaktiv, Effektive
Kontoüberwachung" oder/und "Sacha Hehn Strip Poker" durch
die Computerwelt geistern. (Bah Schüttel)
Dann hoffe ich nur das die einzige sichere Bastion für
uns Männer noch existiert. Jawohl die katholische Kirche. Den einzigen
Job den niemals eine Frau machen kann ist nun mal jemandem eine Beichte abzunehmen.
Erstens können Frauen nicht schweigen und zweitens dürfen sie auch
keine Todesstrafe im Beichtstuhl verhängen. ;-)))))))))))))))))))
8. Die Möchtegern_Playboys
Das erste mal aufgefallen sind mir diese Westentaschencasanovas als ich mal
wieder mit dem PKW unterwegs war. Ich hatte es nicht eilig und so fiel mir
ein Auto auf dessen Fahrerin anscheinend erhebliche Probleme mit ihrem Lockenkopf
hatte. Bei jeder Verzögerung des Verkehrs (nicht DEN Verkehr) ruckte
ihr Köpfchen Richtung Innenspiegel und sie versuchte jede einzelne Locke
so zurechtzuzupfen wie ein Vogel sein Nest. Neugierig geworden ob der Rest
ihres Körpers auch so perfekt wie ihr Haar sei überholte ich langsam
und mit einem warmen Lächeln auf dem Gesicht, jederzeit bereit für
einen kleinen Augenflirt, ihr Auto und hatte bei ihrem Anblick nicht wenig
Mühe mein Auto auf der Straße zu lassen.
EIN KERL. Solariumsgebräunt, getrimmt wie ein Pudel und
mit Goldkettchen a'la Lametta ausstaffiert ruinierte er mir für lange
Zeit den Spaß am Autofahren. Aber bleiben wir fair. Auch diese Männer
haben es nicht leicht mit ihren Frauen. Obwohl wenn es Unterschiede geben
würde wie "stark" man verheiratet ist würden diese Männer
einen Trauring aus Krepp-Papier tragen. Jedem Rock nachgeifernd sind sie immer
auf der Pirsch nach einem Wesen welches ihnen nur beweisen muß das sie
doch ein toller Typ sind. Dafür reichen schon ein paar Lügen (Ahem
besser Aussagen) über ihr Aussehen oder ihren tollen Geschmack was Kleidung
angeht. Typische Fremdgänger sind es aber trotzdem nicht, da alleine
schon der Gedanke ihre Frisur könnte bei einer Umarmung leiden, eine
natürliche Distanz zwischen ihnen schafft. So ein Mann muss den Werbespruch
"An meine Haut lasse ich nur Wasser und CD" kreiert haben.
Gehen sie mal in ihrem Bekanntenkreis durch die Badezimmer
und zählen sie die Duftwässerchen und Püderchen wo "For
Men" draufsteht. ERSCHRECKEND ! Nun zum Glück bekommen diese Männer
auch immer genau die Frau die sie verdient haben. Ihre Frau ist das selbe
wie ihr Mann. Nur eben mit wechselnden Haarfarben. Diese Ehen haben trotzdem
gute Chancen lange gut zu gehen. Sie sehen sich NIE nackt (Man kann eben nicht
alles schminken) und schlafen beide im sitzen da man nur so eine gewisse Kontrolle
hat wie man morgens aussieht. Diese Paare haben auch selten Kinder.
Warum nur? :.-) (mit Schönheitsfleck)
9. Die Mopedfahrer
"Born to be wild-Klebetätowierung auf dem Ärmel aber
Bügelfalten in der Lederhose. So machen sich die Mopedfahrer Luft zum
Atmen. Nicht das Mopedfahr'n oder die schwere Maschine ist ihr ganzer Stolz
sondern das Erfolgserlebnis ihrer Frau die Erlaubnis zum Erwerb ihres Mopeds
abgerungen zu haben. Immer noch trunken vor Glück sich mal "durchgesetzt"
zu haben brausen sie über die Landstraßen und summen leise vor
sich hin. Selig etwas zu haben wo ihre Frau sie alleine lässt, fahren
sie immer einsam dem Sonnenuntergang entgegen. Ihre Frauen rächen sich
meist indem sie ihn beauftragen auf dem Weg noch etwas zu besorgen was zutiefst
unmännlich ist. Sei es die Zeitschrift "Brigitte" am Kiosk
wo er sich normalerweise immer den Playboy oder das neueste Motorrad-Magazin
holt, oder eine Großpackung Pampers. Sieht aber auch zum schießen
aus wenn ein Mopedfahrer an einem vorbeifährt mit 1'nem Kubikmeter Windeln
auf dem aufwendig lackiertem Tank.
Niemand hat Mitleid mit den Geschäftsleuten welche Kunden,
die mit Integralhelm bewaffnet und verstellter Stimme ihre Bestellung aufgeben,
möglichst ohne zu lachen bedienen müssen. Es ist schon so mancher
"Rebell auf Rädern" irrtümlicherweise verhaftet worden
nur weil er sich weigerte ohne Helm, in einer Gegend wo man ihn kannte, einzukaufen.
Ja Moped fahr'n isoliert. Drum sieht man sie auch niemals in Gruppen fahren
oder Fachsimpeln. Das liegt daran das niemand von den anderen je merken soll
das sie erstens keine Ahnung vom fahren haben und zweitens ihnen die Maschine
immer noch Angst macht.
10. Die Hausmeister
- gehören wohl zu den talentiertesten Zeitschindern der Spezies MANN.
Sie haben ständig irgendwas am oder im Haus (ich bleibe hier mal beim
Haus, auch wenn es genauso auf die Wohnung zutrifft) zu verbessern oder gar
zu reparieren (meistens reparieren sie das, was sie letzten Samstag vermasselt
haben). Da wird das Badezimmer in einer mehrwöchigen Freizeitaktion (klar,
keine Frau wird es wagen, ihm mit Sex zu kommen, wenn er endlich mal was am
Haus tut) mit einer meterdicken Styroporverkleidung gedämmt, weil die
Frau ja nach dem Bade immer so friert.
Oder "sie" hätte gern noch dieses schöne
Foto vom letzten Mallorcaurlaub als Vergrößerung über dem
Fernseher angebracht. Ruckzuck hat der Hausmeister, der dafür das entdämmen
des zu feuchten Bades unterbricht, einen Hammer und Nägel parat und schlägt
drei bis vier Nägel krumm. Fachmännisch erkennt er: "Das muss
angebohrt werden." Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: AN-GE-BOHRT
... ;)
Viel schneller, als Hammer und Nägel hat er die fertiggeladene
Hilti im Arm und legt los. Klar, daß er nicht daran gedacht hat, daß
sich hinter dem Putz eine Lehmwand befindet und er so mit seiner Hilti fachmännisch
den Bereich hinter dem Putz aushöhlt. Deswegen scheinen die Dübel
auch immer wieder in die Wand hineinzufallen...
Also wird die Hilti in den Hammermodus gebracht und die Wand
aufgestemmt, damit der Hohlraum mit Gipsputz aufgefüllt werden kann.
Mittlerweile ist es Winter und es dauert nur knapp zwei Wochen, bis der Putz
ausgehärtet ist und er erneut ein Loch in die Wand bohren kann. Wofür
eigentlich? Ach ja, da sollte ein Bild aufgehängt werden. Als der Haken
in der Wand ist, kann dann endlich das Bild vom gerade verbrachten Skiurlaub
(Mallorca ist schon zu lange her) aufgehängt werden und...
... der ganze Gipsklumpen fällt eine Woche später
mit lautem Getöse auf den Fernseher. "Habe ich doch gleich gesagt,",
sagt er, daß der viele Schnee zu schwer ist." Da liegt das
ganze Zimmer nun in Schutt und Asche und wer darf die Sauerei wieder wegmachen...
? Der Hausmeister geht jedenfalls erst mal in die Kneipe, einen Trinken...
11. Die Querulanten
Nörgeln, quengeln, lamentieren und mosern ist anscheinend eine Art Voodoo.
Meistens jedenfalls sind Querulanten so ab Mitte 50 Single. Sei es durch Scheidung
oder Selbstmord ihrer anderen Ehehälfte sind sie zu einem hohen Prozentsatz
Einzelkämpfer. Sie fangen schon früh an damit an allem und jedem
etwas Negatives zu finden. Das fängt damit an das ihre Frau die Eier
falsch herum kocht und steigert sich langsam dazu das die Kinder in der falschen
Reihenfolge geboren wurden. Sie haben immer einen Stift und einen Block Papier
dabei um Falschparker, Fußgänger die bei Rot über die Straße
gehen und Ozon, welches nicht vom Loch wegbleibt, aufzuschreiben. Sie weigern
sich sogar das hier weiterzuschreiben da ihre Frau es gut findet das er vor
seinem Computer sitzt und sie nicht beim Fernsehen stört. Ich gehe jetzt
Fernseh gucken. Mal sehen was für'n Scheiß läuft. Hoffentlich
hat die Fernbedienung frische Batterien.