Gesucht: Der dümmste Chef aller Zeiten

Nervt der behämmerte Boss? Im Internet können gepeinigte Angestellte Dampf ablassen.

Ärger mit dem Chef? Jetzt gibts ein Ventil, durch das Sie all den Frust über unfähige, ungerechte, fiese, ausbeuterische oder überhebliche Chefs rauslassen können. Internetseiten wie «MyBoss», «MyBossSucks» oder «Disgruntled» laden die geplagten Untergebenen dieser Welt ein, die lustigsten, peinlichsten oder haarsträubendsten Erlebnisse mit ihren Chefs zu veröffentlichen.

Auf «MyBoss» wird derzeit gar «der dümmste Chef des Jahrtausends» gewählt. Jeder Homepage-Besucher kann seine Stimme abgeben für die beste Anekdote aus dem ewigen Kampf der Hierarchien. Wer seinen Chef ins Rennen schicken möchte, muss sich jedoch beeilen: Am 29. November ist der Wettbewerb vorbei. Dem Einsender der Sieger-Story winken 1000 Dollar Prämie - immerhin ein Trostpflaster für den, der unter dem dümmsten Boss des Jahrtausends zu leiden hat. Die Palette der Einsendungen reicht von witzigen Geschichten aus der Arbeitswelt bis zu Vulgaritäten und Hasstiraden. Ein paar Müsterchen gefällig?

Im letzten Jahr machten wir kaum Gewinn. Trotzdem kam unser Chef am 15. Dezember mit einem neuen Mercedes zur Arbeit. «Ist das Ihr Weihnachts-Bonus?», fragte ihn ein Mitarbeiter. Ohne mit der Wimper zu zucken, antwortete er: «Nein, es ist eurer.» Er hatte Recht: Wir erhielten keinen Bonus.

Nachdem wir monatelang einem hohen Ford-Manager hofiert hatten, erhielten wir endlich einen Termin. Um ihm zu imponieren, mietete mein Chef einen Mercedes.

Mein Boss kam alle zehn Minuten aus seinem Büro und schaute nach, ob Post für ihn gekommen sei. Ich fragte ihn, ob er etwas Wichtiges erwarte. «Nein, aber mein Computer meldet dauernd, es sei Post (Mail) für mich eingetroffen.»

Nach kurzer Zeit im neuen Job bemerkte ich, dass mir acht Prozent zu wenig Lohn überwiesen wurde. Ich meldete den Fehler in der Personalabteilung. Eine Woche später erhielt ich einen Brief vom Chef: Die Zahlung sei richtig, der Lohn im Vertrag sei falsch.

Wir wurden in vier Teams à acht Mitarbeiter aufgeteilt. Das beste sollte acht Baseball-Tickets erhalten. Unser Team gewann. Mein Chef ging allein an die nächsten acht Spiele.

Ich muss hie und da Sachen heben, obwohl ich Rückenprobleme habe. Als ich mich kürzlich mit einem schweren Paket abmühte, kam mein Chef und sagte: «Sie sollten jemanden holen, der Ihnen tragen hilft» - und lief davon.

Als nach einem Schneesturm der Ausnahmezustand erklärt wurde, schickte mein Chef allen, die unterwegs waren, ein Voice-Mail. Er wisse, dass alle Hauptstrassen gesperrt seien, wir sollten unverzüglich auf Nebenstrassen ins Büro zurückkehren.

Ich arbeite für eine Software-Beratungsfirma. Als wir einen Antrag für neue und schnellere Computer stellten, lehnte unser Chef ab: «Wir verrechnen unseren Kunden Stundenhonorare nach Aufwand. Es ist also in unserem Interesse, langsame Computer zu benutzen.»

 


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